Stellen Sie sich vor: Sie bieten das beste Essen der Stadt an, doch die Gäste bestellen es nicht. Warum? Vielleicht, weil Ihre Speisekarte das Potenzial nicht voll ausschöpft. Eine gut durchdachte Speisekarte ist Ihr stärkstes Verkaufsinstrument und zugleich Ihr effektivstes Marketingtool.
Während Newsletter oder Anzeigen oft nur flüchtig überflogen werden, studieren Gäste Ihre Speisekarte gründlich. Mit einigen gezielten Anpassungen im Design und Aufbau können Sie Ihre Gäste gezielt lenken und den Umsatz steigern. Im Folgenden finden Sie 20 praktische Tipps, wie Sie Ihre Speisekarte erfolgreich optimieren.
1. Stil der Speisekarte an das Restaurant anpassen
Das Design Ihrer Speisekarte gibt den Gästen einen ersten Eindruck von Ihrem Restaurant. Die Wahl des Stils – ob einfach und modern oder luxuriös in Leder gebunden – sollte das Konzept Ihres Betriebs widerspiegeln. Auch preispsychologisch hat das Design Auswirkungen: Eine edle Speisekarte signalisiert gehobene Küche und rechtfertigt höhere Preise. Bedenken Sie also, dass das äußere Erscheinungsbild Ihrer Speisekarte bereits Erwartungen weckt und das Budget der Gäste beeinflusst.
2. Logischer Aufbau für bessere Orientierung
Besonders bei umfangreichen Speisekarten ist es entscheidend, die Gerichte klar und logisch zu gliedern. Eine übersichtliche Struktur sorgt dafür, dass Gäste schnell finden, was sie suchen. Bewährt hat sich eine klassische Menüabfolge: von Vorspeisen über Hauptgerichte bis zu Desserts. Wenn Gäste sich mühelos orientieren können, bestellen sie schneller und entspannter – das erhöht nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch den Umsatz.
3. Gut lesbare Schriftarten wählen
Die Lesbarkeit Ihrer Speisekarte sollte immer im Vordergrund stehen. Wählen Sie deshalb keine zu verschnörkelten oder schwer lesbaren Schriften. Auch die Schriftgröße spielt eine Rolle: Besonders in Restaurants mit gedimmter Beleuchtung sollten Sie darauf achten, dass Ihre Speisekarte gut lesbar bleibt. Zu kleine Schriftarten schrecken Gäste ab und können den Bestellprozess unnötig komplizieren. Und kompliziert heißt weniger Umsatz!

4. Farben an das Konzept des Restaurants anpassen
Farben haben eine enorme Wirkung und sollten mit Bedacht gewählt werden. Passen Sie die Farben Ihrer Speisekarte an Ihr Restaurantkonzept und Ihre Corporate Identity an. Ein italienisches Restaurant könnte warme, mediterrane Farben wie Rot und Grün nutzen, während ein gehobenes Bistro eher auf dezente und elegante Farbtöne setzt. Stimmige Farben tragen zur Wiedererkennung bei und runden das gesamte Markenerlebnis ab.
5. Prominente Platzierung der margenstärksten Gerichte auf der Speisekarte
Die Platzierung der Gerichte auf der Speisekarte beeinflusst maßgeblich, was Ihre Gäste bestellen. Studien (englisch) zeigen, dass die Augen eines Gastes automatisch auf die Mitte der Seite und die obere rechte Ecke wandern. Platzieren Sie daher Ihre margenstärksten oder am besten kalkulierten Gerichte an diesen Stellen, um deren Bestellung zu fördern. Ein strategisch platzierter Bestseller sorgt für eine positive Überraschung bei den Einnahmen.
6. Zutaten mehrfach verwenden
Effizientes Einkaufen und die clevere Nutzung von Zutaten sind besonders wichtig, um Kosten zu senken und die Lagerhaltung zu optimieren. Versuchen Sie, Zutaten für mehrere Gerichte zu verwenden. Haben Sie beispielsweise Hähnchenbruststreifen für einen Salat, können Sie dieselben Streifen auch für ein Hauptgericht verwenden, wie etwa Hähnchenbrustfilet mit einer anderen Beilage. Diese Strategie reduziert den Wareneinsatz, vereinfacht die Bestellprozesse und sorgt für frische Produkte.
7. Kreativität bei den Gerichten zeigen
Heben Sie sich durch kreative Gerichte von der Konkurrenz ab. Wenn die meisten Restaurants in Ihrer Umgebung Standardgerichte wie Schnitzel mit Pommes anbieten, können Sie sich abgrenzen, indem Sie ein echtes Wiener Schnitzel mit einer besonderen Beilage servieren, etwa mit lauwarmem Kartoffelsalat. Auch bei bekannten Klassikern können Sie neue Akzente setzen. Kreieren Sie Varianten, die Ihre Gäste so nirgendwo anders finden – das schafft einen hohen Wiedererkennungswert.
8. Klare, verständliche Sprache ohne Fachjargon
Ihre Speisekarte sollte für jeden Gast leicht verständlich sein. Verzichten Sie auf komplizierte Fachbegriffe oder kulinarische Fremdwörter, die nur Profis kennen. Statt „Champignons à la crème“ schreiben Sie besser „Rahmchampignons“. Auch Begriffe wie „Schweineleber à la berlinoise“ lassen sich einfacher als „Schweineleber Berliner Art“ formulieren. So machen Sie Ihre Karte für alle Gäste zugänglich und verständlich – und reduzieren mögliche Nachfragen.
9. Die Speisekarte schlank und übersichtlich halten
Eine zu umfangreiche Speisekarte kann überwältigend wirken und den Entscheidungsprozess unnötig erschweren. Halten Sie Ihre Karte kompakt und überschaubar. Eine Karte mit weniger, aber gezielt ausgewählten Gerichten steigert nicht nur die Effizienz in der Küche, sondern macht es auch den Gästen leichter, sich zu entscheiden. Zudem können Sie die Qualität der angebotenen Speisen besser kontrollieren, was letztlich Ihre Gästeerfahrung verbessert.
10. Speisekarte an saisonale Gegebenheiten anpassen
Aktualisieren Sie Ihre Speisekarte regelmäßig, um auf saisonale Verfügbarkeiten von Zutaten, Lieferengpässe oder Preissteigerungen zu reagieren. Eine saisonal angepasste Karte ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern vermittelt Ihren Gästen auch, dass Sie frische, saisonale Produkte bevorzugen. Wenn bestimmte Gerichte schlecht laufen oder Zutaten teurer werden, zögern Sie nicht, die Karte entsprechend zu ändern. So bleiben Sie flexibel und halten Ihre Speisekarte stets aktuell.
Nutzen Sie hierbei auch unseren besonders umfangreichen Saisonkalender und die Ideen für Aktionen für das ganze Jahr.

11. Professionelle Bilder mit Bedacht einsetzen
Bilder können eine großartige Möglichkeit sein, Ihre Gerichte optisch ansprechend darzustellen. Allerdings sollten Sie diese sparsam und nur dann einsetzen, wenn die Fotos professionell und appetitanregend sind. Schlechte oder unprofessionelle Bilder können das Gegenteil bewirken und Ihre Gäste eher abschrecken. Wenn Sie sich für Bilder entscheiden, sollten diese die Qualität und Frische Ihrer Speisen betonen und Lust auf mehr machen. Ein gut platziertes, hochwertiges Bild kann den Appetit Ihrer Gäste gezielt anregen.
12. Kurz und prägnant formulieren
Lange Beschreibungen sind auf Speisekarten fehl am Platz. Gäste wollen schnell und unkompliziert wissen, was sie bestellen. Versuchen Sie, Ihre Gerichte klar und präzise zu beschreiben. Machen Sie Ihren Gästen Lust auf das Essen, aber erzählen Sie keine ausführlichen Geschichten. Ein kurzer und prägnanter Text wie „Zartes Hähnchenbrustfilet mit frischem Salat und hausgemachtem Dressing“ reicht vollkommen aus, um den Gast zu überzeugen.
13. Flexibel bleiben und auf teure Druckkosten verzichten
Gedruckte Speisekarten sind zwar schön, aber unflexibel und teuer in der Aktualisierung. Um auf Änderungen schnell reagieren zu können, sollten Sie auf digitale Lösungen oder leicht austauschbare Karten setzen. So können Sie Preise, Gerichte oder saisonale Angebote flexibel anpassen, ohne hohe Druckkosten zu haben. Dies ermöglicht es Ihnen, auf Markttrends und Lieferengpässe sofort zu reagieren und stets die aktuellsten Speisen anzubieten. QR-Codes auf dem Tisch ermöglichen den Gästen einen leichten Zugang zu Ihrer Karte.
14. Gäste-Feedback zu Ihrer Speisekarte einholen
Ihre Stammgäste sind eine wertvolle Quelle für ehrliches Feedback. Bevor Sie Ihre Speisekarte final gestalten, fragen Sie einige Ihrer treuen Gäste, was sie von den neuen Gerichten halten. Sind die Beschreibungen ansprechend? Fehlt etwas? Gästemeinungen können Ihnen dabei helfen, Ihre Karte weiter zu optimieren und noch mehr auf die Bedürfnisse Ihrer Kundschaft einzugehen. Nehmen Sie das Feedback ernst, denn zufriedene Stammgäste sind oft auch Ihre besten Werbeträger.
15. Mitbewerber analysieren
Ein Blick auf die Speisekarten Ihrer Mitbewerber kann Ihnen helfen, Ihre eigene Karte besser zu gestalten. Wie sind Sie im Preisvergleich aufgestellt? Welche Gerichte bieten andere Restaurants an, die Sie nicht haben? Gibt es Lücken, die Sie nutzen können, um sich von der Konkurrenz abzuheben? Ein regelmäßiger Mitbewerbercheck zeigt Ihnen, wo Sie sich verbessern oder differenzieren können, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
16. Bestellnummern nur bei Bedarf
Die Verwendung von Bestellnummern auf Ihrer Speisekarte kann in manchen Fällen sinnvoll sein, etwa bei großen Speisekarten oder komplexen Gerichten mit schwer auszusprechenden Namen. In den meisten Fällen sollten Sie jedoch darauf verzichten. Bestellnummern können den Eindruck einer Massenabfertigung erwecken, was vor allem in gehobenen Restaurants vermieden werden sollte. Nutzen Sie Bestellnummern nur dort, wo sie wirklich zur Vereinfachung beitragen – etwa in Schnellrestaurants oder bei umfangreichen Menüs.
17. Thematische Trennung der Speisekarte
Eine klare thematische Trennung der Speisekarte sorgt für bessere Übersicht und erleichtert es Ihren Gästen, das Passende zu finden. Überlegen Sie, ob Sie verschiedene Karten für unterschiedliche Tageszeiten oder Kategorien anbieten möchten. Zum Beispiel können Sie eine eigene Frühstückskarte, eine Getränkekarte, eine Dessertkarte oder eine Weinkarte anbieten. So müssen sich Ihre Gäste nicht durch Gerichte „quälen“, die sie gerade nicht interessieren. Dies erhöht die Übersichtlichkeit und verbessert die Gästeerfahrung.
18. Besondere Angebote hervorheben
Spezielle Gerichte wie vegane, glutenfreie oder kalorienarme Speisen sollten auf der Karte klar hervorgehoben werden. Gäste mit speziellen Ernährungsgewohnheiten oder Diäten suchen gezielt nach solchen Angeboten. Kennzeichnen Sie diese Gerichte mit gut sichtbaren Symbolen oder Markierungen, um es den Gästen einfach zu machen, diese zu finden. Das erleichtert nicht nur die Auswahl, sondern sorgt auch dafür, dass diese Gerichte öfter bestellt werden.
19. Verschiedene Preiskategorien auf der Speisekarte anbieten
Ihre Speisekarte sollte eine Auswahl für verschiedene Budgets bieten. Nicht jeder Gast möchte oder kann sich ein teures Filetsteak leisten. Indem Sie eine breite Preisspanne anbieten – etwa von günstigeren Gerichten wie Eintöpfen oder Salaten bis hin zu teureren Premiumgerichten – sprechen Sie unterschiedliche Zielgruppen an. So stellen Sie sicher, dass jeder Gast etwas findet, das sowohl seinen Geschmack als auch sein Budget trifft.
20. Keine Scheu vor Preisanpassungen
Wenn sich Ihre Einkaufspreise ändern, müssen Sie auch Ihre Verkaufspreise anpassen. Zögern Sie nicht, Ihre Preise zu erhöhen, wenn es nötig ist. Meist fällt dies den Gästen gar nicht auf, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Es ist wichtiger, die Qualität Ihrer Produkte beizubehalten, als aus Angst vor einer Preisanpassung Abstriche bei den Zutaten zu machen. Regelmäßige Preisanpassungen sind ein natürlicher Teil des Geschäfts und sollten nicht vermieden werden.
Fazit
Eine gut gestaltete und durchdachte Speisekarte ist weit mehr als nur eine Liste der angebotenen Speisen. Sie ist Ihr wichtigstes Verkaufswerkzeug und prägt den ersten Eindruck, den Gäste von Ihrem Restaurant bekommen. Mit den richtigen Strategien – vom Aufbau und Design über die Platzierung von Gerichten bis hin zur Preisgestaltung – können Sie die Bestellungen gezielt beeinflussen und Ihren Umsatz steigern.
Nutzen Sie diese 20 Tipps, um Ihre Speisekarte zu einem echten Erfolgsfaktor zu machen und sowohl Ihre Gäste als auch Ihr Geschäft langfristig zu begeistern.
Dieser Beitrag ist der 100. Tipp der Woche aus dem Jahr 2014, komplett aktualisiert und erweitert im Oktober 2024.
