Wie kurbelt man das Geschäft montags bis donnerstags an?
Ihre Miete oder Pacht zahlen Sie für den gesamten Monat – nur leider nutzen Sie Ihre Räumlichkeiten nicht gleichmäßig, sondern oft nur am Wochenende oder zu den Abendessen-Zeiten. Natürlich sollten Sie versuchen, Ihre Gastronomie regelmäßig auszulasten, um mehr Geschäft zu generieren. Der Trick dabei ist eigentlich ganz einfach … schaffen Sie einen besonderen Grund, um Sie zu besuchen! Und nicht nur, weil es billig ist, sondern weil es ein tolles Angebot mit gutem Mehrwert ist. Billig findet man oft, aber GUT eher selten.
Wenn Sie dabei jedoch lediglich die Gäste, die sonst am Wochenende zu Ihnen kommen, dazu bewegen in der Woche zu kommen, haben Sie auch nichts gewonnen. Natürlich muss es das Ziel sein, neue Gäste zu gewinnen oder auch Stammgäste zu bewegen noch öfter zu kommen. Im besten Falle lassen Sie sich etwas wirklich Neues einfallen. Keine alten, aufgewärmten Geschichten. Hier einige Ideen:
Idee 1: Mitarbeiter, deren Freunde und Familien einladen
Machen Sie einen Tag zum Familientag. An diesem Tag zwischen Montag und Donnerstag bieten Sie Ihren Mitarbeitern, deren Freunden und Familien ganz besondere Rabatte an. Zum einen können Ihre Leute ihren Freunden stolz zeigen, wo sie so viel Zeit verbringen. Zum zweiten beleben Sie das Restaurant und zum dritten lernen die Freunde Ihr Haus kennen und kommen auch gerne außerhalb dieses Spezialangebotes zu Ihnen.
Idee 2: Bieten Sie Specials für besondere Gruppen an
Familien, Nachbarn, Studenten…die gewünschten Zielgruppen sind sehr vielfältig und haben ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Sie möchten sicher nicht alle diese Gruppen ansprechen. Auch diese Gruppen wollen sicher manchmal ungern zusammen sein (z.B. Senioren und Studenten). Konzentrieren Sie sich also für mehr Geschäft auf nur eine Zielgruppe oder solche, die gut zusammenpassen, wie Kinder und Familien.
+ Familien: Sollten Sie beispielsweise diese Gruppe ansprechen wollen, machen Sie sich bewusst, dass diese Gäste meist bis 19 Uhr wieder aus dem Haus sind, da die Kinder ins Bett müssen. Haben Sie eine Spielecke? Haben Sie genügend Kinderstühle? Detaillierte Infos finden Sie in dem Fachartikel Kinder als Zielgruppe oder auch Familien als Zielgruppe.
+ Studenten: Was suchen Studenten und Leute der Generation Y? Überwiegend geht es um Spaß und Musik, außerdem um günstige Speisen und Getränke. Aber das ist doch vollkommen in Ordnung – man muss sich einfach darauf einstellen … besser vielleicht als ein leerer Laden am Mittwochabend, oder?
+ Nachbarn: Eine tolle Zielgruppe. Wie der Name schon sagt, sind sie gleich nebenan. Sie haben zudem ihre Freunde und sind vielleicht stolz auf ein so schönes Restaurant in ihrer Umgebung. Sie sind bestimmt an einem entspannten Abend am Dienstag oder Donnerstag interessiert. Bieten Sie ihnen das besondere Nachbarschaftspaket, was nur sie bekommen. Das fördert die Freundschaft. Dies muss gar nicht unbedingt ein Rabatt sein. Es könnte auch eine kostenlose Vorspeise zu jedem Hauptgang sein oder jeder andere Deal, der für diese Zielgruppe motivierend ist, Sie zu besuchen.
Idee 3: Spezielle Deals mit dem besonderen „Etwas“
Hier ein Beispiel: Sie bieten montags bis donnerstags um 17 Uhr das frühe Abendessen-Erlebnis im Familienstil an. Es kommt alles in Schüsseln und auf Platten auf den Tisch – ganz wie Zuhause. Alle Gäste bekommen das Gleiche und das zur selben Zeit. Mit Ihren Lieferanten können Sie da sicher tolle Preise aushandeln. Und genau wie bei einem speziellen Mittagsangebot machen Sie das Essen für dieses Abendangebot eine Woche im Voraus bekannt. Im Idealfall bitten Sie um Vorausbuchung, dann können Sie die Mengen perfekt planen.
Idee 4: Gruppen im Restaurant
Bieten Sie besondere Speisen oder ganze Pakete für Gruppen von 10-x Personen an. Auf Ihrer Website kann man diese Deals herunterladen und buchen. Natürlich bekommt man besondere Rabatte oder Add-ons wie ein Dessert oder Kaffee kostenlos. Gerade Busgesellschaften suchen immer wieder nach neuen, schönen Restaurants für Ihre Reisegruppen. Wenn Sie zudem dem Fahrer ein kostenloses Essen anbieten, haben Sie gute Chancen, mit Anbietern von Gruppenreisen ins Geschäft zu kommen.
Idee 5: Bonuskarten
Bieten Sie Bonuskarten an. Wer zwischen Montag und Donnerstag zum Mittag- oder Abendessen kommt, erhält einen Stempel. Bei 11 Stempeln gibt es das 12. Essen gratis.
Idee 6: Arbeiten Sie mit Theatern, der Oper oder Kinos zusammen
Gehen Sie für mehr Geschäft in Ihrem Restaurant Kooperationen mit Geschäften und Einrichtungen in Ihrer Nähe ein. Dieser könnte ein Kino, ein Theater oder eine vergleichbare Einrichtung sein. Bieten Sie Packages an, bei denen man beispielsweise vor dem Besuch seine Vorspeise und den Hauptgang einnimmt und nach der Veranstaltung das Dessert und einen Absackerdrink.
Idee 7: Kümmern Sie sich um Alleinstehende
Alleinstehende essen öfter in Restaurants als Paare oder Familien. Vielleicht werden Sie deren „Zuhause fern von Zuhause“. Alleinstehende sitzen meist nicht so gerne auf dem Präsentierteller. Bieten Sie schöne Ecken an. Halten Sie Tageszeitungen oder Illustrierte bereit, denn wer alleine ist, liest gerne, während er auf das Essen wartet. Sollte jemand öfter kommen, wäre es schön, wenn Sie seine Wünsche schon kennen (das bestimmte Bier, extra Kräuter, Pfeffermühle, wenig Butter auf den Kartoffeln, stilles Wasser…). Sorgen Sie dafür, dass alleine speisende Damen bei Ihnen besonders aufmerksam bedient werden. Sie werden es Ihnen danken.
Schreiben Sie über all’ Ihre Specials und Aktionen, wenn Sie mehr Geschäft haben möchten
Nutzen Sie Ihren Newsletter, Ihre Website, Facebook & Co., um alle Ihre Aktionen bekannt zu machen. Bitten Sie Ihr Personal die Infos weiterzugeben, schreiben Sie es in Ihre Speisekarten und auf Ihre Rechnungen. Machen Sie Flyer und geben Sie diese zu den Rechnungen dazu. Eventuell ergibt sich auch ein guter Deal mit einer Tageszeitung. Diese berichten über Ihre Aktion und Sie geben ihnen 20 Gutscheine für ein Abendessen, die die Zeitung dann bei ihren eigenen Aktionen verlosen kann.
Aber ACHTUNG
1. Machen Sie keine „Kannibalismus-Preise“ – also Preise, bei denen Sie den Umsatz eines gut kalkulierten Produktes (z.B. Ihr Wiener Schnitzel zu € 22,00) durch ein Sonderangebot für ein Kalbsschnitzel italienisch für € 9,00 ruinieren, weil alle nur noch das billige Kalbsschnitzel essen. Wer will das schon? Bieten Sie lieber mal ein kleines Dessert für € 1,00 an oder machen Sie tolle Preise für offene Weine (die Sie selbst günstig eingekauft haben). Das tut nicht so weh.
2. Sollte Ihr Ruf nur durchschnittlich oder sogar schlecht sein, ist das so eine Sache mit den Specials und Sonderangeboten. Man glaubt Ihnen nicht, dass Sie dafür auch etwas Ordentliches anbieten. Ein Special sollte immer eine hervorragende Qualität haben, die Gäste überraschen und werbewirksam sein und kein Heraushauen billiger Ware.
3. Es ist vollkommen in Ordnung, Fehler zu machen. Manche Aktionen werden funktionieren, andere eher nicht. Daher ganz wichtig: Begrenzen Sie die Aktionen von vorneherein auf einen kurzen Zeitraum (2–4 Wochen). Danach wissen Sie, ob es sich auch für Sie lohnt. Verlängern geht immer.
