Was ist Schaumwein?
Schaumwein ist ein Oberbegriff für weinhaltige Getränke, die durch einen höheren Kohlensäuredruck gekennzeichnet sind. Dieser Druck sorgt für das charakteristische Prickeln und macht Schaumwein zu einem beliebten Getränk bei festlichen Anlässen. Schaumwein kann aus verschiedenen Rebsorten und durch unterschiedliche Verfahren hergestellt werden, was zu einer breiten Palette von Geschmacksrichtungen und Qualitäten führt.
Kohlensäuredruck
Der entscheidende Faktor für die Einordnung als Schaumwein ist der Kohlensäuredruck. Dieser muss bei mindestens 3 bar liegen, gemessen bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius. Der Druck kann jedoch deutlich höher sein, insbesondere bei hochwertigen Schaumweinen wie Champagner, der oft einen Druck von 5 bis 6 bar aufweist.
Herstellungsverfahren von Schaumwein
Es gibt zwei Hauptmethoden zur Herstellung von Schaumwein:
- Traditionelle Flaschengärung (méthode traditionnelle): Hierbei wird die zweite Gärung, die für die Kohlensäurebildung verantwortlich ist, in der Flasche durchgeführt. Diese Methode wird unter anderem für Champagner, Crémant und Cava verwendet. Der Wein reift dabei zusammen mit der Hefe über einen längeren Zeitraum in der Flasche, was zu komplexen Aromen und einer feinen Perlage führt.
- Tankgärung (méthode Charmat): Bei diesem Verfahren findet die zweite Gärung in großen Drucktanks statt. Der Wein wird anschließend gefiltert und in Flaschen abgefüllt. Diese Methode ist kostengünstiger und schneller als die Flaschengärung und wird häufig für Prosecco und einige Sekte verwendet.
- Zusatz von Kohlensäure: Eine dritte, weniger aufwendige Methode besteht darin, dem Wein Kohlensäure mechanisch zuzusetzen, ähnlich wie bei der Herstellung von Limonade. Diese Methode wird vor allem bei günstigeren Schaumweinen angewendet.
Alkoholgehalt
Schaumwein muss einen Alkoholgehalt von mindestens 9,5 Volumenprozent aufweisen. Höhere Alkoholgehalte sind abhängig von der Rebsorte und der verwendeten Methode der Weinbereitung möglich.
Geschmacksrichtungen von Schaumweinen
Schaumwein gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die durch den Restzuckergehalt bestimmt werden. Die gängigsten Bezeichnungen sind:
- Brut Nature: Sehr trocken, ohne oder mit minimalem Restzucker (weniger als 3 g/l).
- Extra Brut: Trocken, mit einem Restzucker von 0 bis 6 g/l.
- Brut: Der häufigste Stil, trocken mit einem Restzucker von bis zu 12 g/l.
- Extra Dry: Leicht süßlich, mit einem Restzucker von 12 bis 17 g/l.
- Dry (Sec): Mäßig süß, mit einem Restzucker von 17 bis 32 g/l.
- Demi-Sec: Deutlich süß, mit einem Restzucker von 32 bis 50 g/l.
- Doux: Sehr süß, mit einem Restzucker von mehr als 50 g/l.
Besteuerung
Schaumwein unterliegt in Deutschland der Schaumweinsteuer, was ihn im Vergleich zu Stillweinen teurer macht. Diese Steuer wurde ursprünglich im Jahr 1902 eingeführt, um die kaiserliche Marine zu finanzieren, und ist bis heute bestehen geblieben.
Das beste Glas für Schaumwein
Die Wahl des richtigen Glases ist entscheidend, um die Aromen und die Perlage des Schaumweins optimal zur Geltung zu bringen. Schaumweine entfalten ihr volles Potenzial, wenn sie aus Gläsern getrunken werden, die speziell für ihre einzigartigen Eigenschaften entwickelt wurden.
- Empfehlung: Das klassische Glas für Schaumwein ist die Flöte (Flûte), ein hohes, schmales Glas mit einer schmalen Öffnung. Die Flöte hilft, die Kohlensäure länger zu bewahren und sorgt dafür, dass das Prickeln des Schaumweins lange anhält. Die schmale Öffnung konzentriert zudem die Aromen, sodass sie intensiver wahrgenommen werden.
- Alternative Gläser: Für komplexere Schaumweine, wie z.B. Champagner oder hochwertige Crémants, kann auch ein Tulpen- oder Weißweinglas eine gute Wahl sein. Diese Gläser haben eine leicht bauchige Form, die es ermöglicht, die Aromen besser zur Entfaltung zu bringen, ohne dass die Perlage zu schnell verloren geht.
- Füllhöhe: Wie bei Perlwein sollte auch Schaumwein nur bis zu einem Drittel des Glases gefüllt werden. Dies lässt genügend Raum für die Entfaltung der Aromen und das Aufsteigen der Bläschen.
- Material: Hochwertige Kristallgläser sind ideal, da sie die Klarheit und den Glanz des Schaumweins besonders gut zur Geltung bringen. Zudem verstärken sie die Wahrnehmung des Prickelns im Glas.
Durch die Wahl des richtigen Glases wird das Trinkerlebnis intensiviert, da sowohl die Aromen als auch die Perlage optimal zur Geltung kommen. Das sorgt für ein rundum gelungenes Genussmoment bei festlichen Anlässen oder einem besonderen Abend. Erfahren Sie mehr zu den Unterschieden von Schaumwein, Sekt, Perlwein, Champagner und Co. hier.
