Das Falten von Servietten ist eine Kunstform, die in der Gastronomie oft unterschätzt wird. Sie bietet zum einen die Möglichkeit, den Tisch elegant und einladend zu gestalten, aber spiegelt auch die Sorgfalt und Aufmerksamkeit wider, die ein Gastgeber seinen Gästen entgegenbringt.
Interessanterweise geht der Trend in der Gastronomie zunehmend zu einfacheren Serviettenformen. Dieser Wandel wird nicht durch das Streben nach minimalistischem Design und durch das wachsende Bewusstsein für Hygiene beeinflusst. Servietten, Mundtuch, Leinen, Mundserviette), die mit weniger Handgriffen gefaltet werden, reduzieren den direkten Kontakt und erhöhen somit die Hygiene am Tisch – ein Aspekt, den man in der heutigen Zeit nicht vernachlässigen sollte.
In diesem Artikel entdecken wir eine Vielzahl von Techniken zum Falten von Servietten, von einfachen und modernen Designs bis zu speziellen Formen für diverse Anlässe.
Grundlagen des Faltens von Servietten
Das Falten einer Serviette wird einfach, wenn Sie ein paar grundlegende Techniken kennen. Diese bilden dann die Basis für viele verschiedene Formen. Das Beste daran: Sie brauchen nichts weiter als Ihre Hände und eine Serviette – keine speziellen Hilfsmittel.
Einführung in einfache Techniken zum Servietten falten
Die meisten Serviettenformen beginnen mit wenigen grundlegenden Falzen: dem diagonalen Falz, dem Längs- und Querfalz sowie dem Zickzackfalz. Deshalb ist Es ist dabei wichtig, bei jeder Falte präzise und sauber zu arbeiten, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Eine einfache Regel dabei ist, die Serviette immer an den Kanten zu greifen und die Falten festzudrücken, um klare Linien zu schaffen.

Unterscheidung zwischen stehenden und liegenden Formen
Servietten können in stehende oder liegende Formen gefaltet werden. Stehende Formen wie der Fächer oder der Schwan sind ideal, um Höhe und Dramatik auf den Tisch zu bringen. Sie eignen sich besonders für festliche Anlässe. Liegende Formen wie der Tafelspitz oder die Bestecktasche sind praktisch und nehmen weniger Platz auf dem Tisch ein. Sie eignen sich hervorragend für informellere Settings oder wenn der Platz begrenzt ist.
Welche Servietten lassen sich am besten falten? Unterschiede zwischen Stoff- und Papierservietten
Die Wahl des Materials der Serviette hat einen großen Einfluss auf das Endergebnis des Faltens. Stoffservietten sind robuster und behalten ihre Form besser, was sie ideal für komplexe und stehende Formen macht. Sie verleihen dem Tisch zudem eine gehobenere Anmutung. Papierservietten hingegen sind flexibler und besser für einfache, liegende Formen geeignet. Sie sind zudem hygienischer, da sie nach Gebrauch entsorgt werden. Erfahren Sie hier mehr zu den Qualitäten von Tischwäsche im Allgemeinen.
Wie platziert man Servietten?
In der Regel wird die Serviette entweder links vom Teller oder direkt auf dem Teller platziert. Beide Varianten haben ihren eigenen Charme und passen zu unterschiedlichen Anlässen.
- Links neben dem Teller: Die klassische Variante. Bei formellen Anlässen, wie einem eleganten Dinner oder einem Restaurantbesuch, wird die Serviette links vom Teller positioniert, direkt neben den Gabeln. Das wirkt ordentlich und strukturiert.
- Auf dem Teller: Besonders bei festlichen Anlässen oder in der gehobenen Gastronomie wird die Serviette mittig auf dem Teller platziert. Dies lässt Raum für kreative Falttechniken und verleiht dem Tisch eine dekorative Note. Diese Variante bietet sich auch an, wenn Sie mit außergewöhnlichen Serviettenformen oder -mustern arbeiten.
- Im Glas: Servietten können auch in ein Weinglas oder Wasserglas gefaltet werden. Das sorgt für einen optischen Hingucker und verleiht dem Tisch eine exklusive Atmosphäre. Allerdings ist diese Variante eher für feierliche oder gehobene Veranstaltungen geeignet.
Wichtig ist, dass die Serviette gut sichtbar und leicht zugänglich für den Gast platziert wird, damit sie ihre praktische Funktion sofort erfüllen kann.
Einfache und moderne Serviettenformen
Einfache Serviettenformen
Einfachheit ist oft der Schlüssel zu Eleganz. Einige grundlegende, aber stilvolle Formen, die leicht zu erlernen sind, umfassen:
- Tafelspitz: Eine klassische, dreieckige Form, ideal für jeden Anlass. Falten Sie die Serviette diagonal, und bringen Sie die Ecken zur Spitze.
- Fächer: Perfekt für stehende Anordnungen. Falten Sie die Serviette akkordeonartig und befestigen Sie das untere Ende, um den Fächer zu öffnen.
- Schmetterling: Eine spielerische, liegende Form, die durch einfaches Falten und Verdrehen der Serviette entsteht.
Moderne Serviettenformen
Moderne Formen bringen Frische und Innovation auf den Tisch. Einige Beispiele sind:
- Geometrische Muster: Durch geradlinige Falten entstehen interessante, moderne Designs.
- Asymmetrische Formen: Schaffen Sie durch ungewöhnliche Faltungen ein einzigartiges, modernes Ambiente.
- Minimalistische Designs: Weniger ist oft mehr. Einfache, klare Linien können sehr ansprechend sein.
Moderne Formen sind besonders geeignet, um ein zeitgemäßes, trendiges Flair zu vermitteln.
Servietten falten als Bestecktasche
Eine praktische und stilvolle Art, Servietten zu falten, ist die Bestecktasche. Hierbei wird die Serviette so gefaltet, dass eine Tasche entsteht, in der das Besteck elegant präsentiert werden kann. Es gibt verschiedene Varianten:
- Klassische Bestecktasche: Falten Sie die Serviette in der Mitte und dann noch einmal, um eine Tasche zu formen.
- Doppelte Bestecktasche: Eine raffinierte Variante, bei der zwei Taschen für Besteck geschaffen werden.
- Rolltechnik: Rollen Sie die Serviette um das Besteck, um eine lockere und doch stilvolle Tasche zu formen.
Diese Techniken sind nicht nur dekorativ, sondern auch praktisch und können die Effizienz beim Tischdecken steigern.
Die Geschichte der Serviette
Die Serviette, früher auch „Mundtuch“ oder „Tellertuch“ genannt, ist ein bis zu 50×50 cm großes Tuch, das dazu dient, Mund und Hände während und nach einer Mahlzeit zu reinigen. Ihren Ursprung hat sie im 16. Jahrhundert, als der Adel erstmals begann, Servietten zu verwenden. Vorher wischte man sich die Finger an der Kleidung oder am Tischtuch ab.
Der Begriff „Serviette“ stammt aus dem Französischen und Lateinischen (servire = servieren). Ursprünglich wurden die Servietten von Bediensteten benutzt, um Teller abzuwischen – daher auch der alte Ausdruck „Tellertuch“.
Mit dem Wohlstand der Renaissance entwickelten sich kunstvolle Tischdekorationen aus gefalteten Servietten, die oft Tiere, Vögel oder Schiffe darstellten. Diese Kunstform, das „Serviettenbrechen“, hat sich bis heute erhalten. Damals wurden oft mehrere Servietten mit Garn zusammengenäht, um beeindruckende Modelle zu schaffen. Manche Quellen besagen, dass Leonardo da Vinci praktisch die Serviette erfunden hat, da ihn die Essgewohnheiten seiner Zeitgenossen störten.
Papierservietten, die aus Zellstoff gefertigt werden, sind heute weit verbreitet. Sie sind in verschiedenen Designs und Qualitäten erhältlich und selbst in gehobenen Restaurants keine Seltenheit mehr.
Die erste bekannte Anleitung für das Serviettenfalten stammt aus dem Jahr 1629 von Matthias Geiger. Sein Werk „Li Tre Trattati“ zeigt kunstvolle Tiere und Schiffe aus gestärkten Servietten, eine Tradition, die ihren Ursprung in den italienischen Adelshöfen hat und sich nach Nordeuropa verbreitete.
Beliebte Serviettenformen
Es gibt unzählige Formen für Servietten. Einige erfreuen sich jedoch besonderer Beliebtheit. Hier sind einige der gefragtesten Designs:
- Bischofsmütze: Eine elegante, stehende Form, die durch diagonales Falten und Umschlagen der Ecken entsteht.
- Lilie: Ideal für festliche Anlässe. Diese Form wird durch mehrfaches Falten und Einstecken der Ecken erzielt.
- Schwan: Der Schwan ist ein Symbol für Eleganz, gefaltet durch kunstvolle Schwünge und Biegungen der Serviette.
- Schiffchen: Eine verspielte Form, die an ein kleines Boot erinnert, einfach durch diagonales Falten und Umklappen.
- Segelschiff: Eine hübsche, aber einfach zu faltende Form z.B. für eine Hochzeit.
- Blume: Durch zirkuläres Falten und Drehen entsteht eine attraktive, blumenähnliche Form.
- Herz: Ideal für romantische Anlässe, gefaltet durch symmetrische Biegungen und Faltungen zu einem Herz.
- Blatt: Das Blatt ist gut geeignet für einen herbstlichen Tisch oder auch ein veganes Menü.
- Rose: Eine komplexe, aber beeindruckende Form, die durch Rollen und Falten der Serviette entsteht.
- Stern: Perfekt für festliche Anlässe, entsteht durch mehrfaches Falten und Umklappen.
- Seerose: Eine einfache, aber wirkungsvolle Form, ideal für sommerliche Tischdekorationen.
- Fisch: Eine symbolträchtige Form, oft verwendet in der Fischgastronomie.
- Nest: Sehr einladende Form, ideal für Oster- und Frühlingsdekorationen.
- Zweifarbig: Durch die Verwendung von zwei verschiedenen Servietten entsteht ein auffälliger, kontrastreicher Look.
- Boot: Eine einfache, aber markante Form, ideal für maritime Themen.
Zusätzlich zu diesen Formen gibt es noch zahlreiche weitere Designs, die für Abwechslung und Kreativität auf dem Tisch sorgen.
Falten mit zwei Servietten
Das Falten mit zwei Servietten bietet die Möglichkeit, Farbe und Textur zu kombinieren. Dies kann besonders wirkungsvoll sein, um Akzente zu setzen oder Themen zu unterstreichen. Einige Techniken umfassen:
- Kontrastfarben: Verwenden Sie zwei Servietten in kontrastierenden Farben, um ein dynamisches Design zu kreieren.
- Texturkombinationen: Kombinieren Sie unterschiedliche Materialien, wie Stoff und Papier, um interessante Effekte zu erzielen.
- Mehrschichtige Formen: Erzeugen Sie Tiefe und Komplexität durch das Falten von zwei Servietten in unterschiedlichen Formen.
Elegante Serviettenformen für besondere Anlässe

Jeder Anlass verlangt nach einer besonderen Tischdekoration. Hier sind einige spezifische, elegante Serviettenformen, die für verschiedene Feiern geeignet sind:
- Servietten falten für Weihnachten: Sterne, Tannenbäume oder Engel bieten sich an, um festliche Stimmung zu erzeugen.
- Besondere Serviettenformen für Silvester: Funkelnde Sterne oder elegante Fächer passen zum feierlichen Jahreswechsel.
- Servietten für Ostern: Häschen oder Nestformen bringen Frühlingsstimmung auf den Tisch.
- Servietten falten für eine Hochzeit: Herzen, Rosen oder Schwanformen unterstreichen die Romantik des Anlasses.
- Falten Sie schöne Servietten für einen Geburtstag: Farbenfrohe und spielerische Formen wie Blumen oder Schmetterlinge sorgen für Freude.
- Kindergeburtstag und seine speziellen Serviettenformen: Tiere oder einfache, bunte Formen begeistern die kleinen Gäste.
Jede dieser Formen kann dazu beitragen, die Atmosphäre des jeweiligen Anlasses zu verstärken und den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Thema Servietten falten
Grundsätzlich ja, aber das Material spielt eine Rolle. Stoffservietten halten ihre Form besser und eignen sich für komplexere Designs, während Papierservietten einfacher zu handhaben sind und für unkompliziertere Formen geeignet sind.
Das hängt von der Komplexität der gewählten Form ab. Einfache Designs können in wenigen Sekunden gefaltet werden, während komplexere Formen mehr Zeit in Anspruch nehmen. Für große Veranstaltungen empfiehlt es sich, genügend Zeit einzuplanen oder zusätzliche Hilfe zu organisieren.
Vorgefaltete Servietten sollten flach und unter leichtem Druck gelagert werden, um ihre Form zu bewahren. Bei Stoffservietten ist es ratsam, sie bis kurz vor dem Gebrauch in dieser Form zu lassen, um Falten und Knitter zu vermeiden.
Absolut! Das Falten von Servietten ist eine Fertigkeit, die jeder mit etwas Übung erlernen kann. Beginnen Sie mit einfachen Formen und arbeiten Sie sich langsam zu komplexeren Designs vor.
Ja, es gibt umweltfreundliche Alternativen. Stoffservietten sind wiederverwendbar und somit eine nachhaltigere Option als Papierservietten. Bei der Auswahl von Papierservietten sollten Sie auf recycelte Materialien und umweltfreundliche Herstellungsprozesse achten.
Die fachlich korrekte Form heißt: Servietten brechen. Diese wird allerdings meist nur in der Gastronomie genutzt und nicht Fachleute sprechen vom: Serviettenfalten.
