Die moderne Patisserie hat sich in den letzten Jahren zunehmend von den klassischen Rezepten gelöst und experimentiert mit neuen Aromen und Techniken. Eine besonders faszinierende Entwicklung ist die Integration floraler Aromen in Desserts. Diese bieten nicht nur eine ästhetische Bereicherung, sondern eröffnen auch neue Geschmacksdimensionen, die das Sinneserlebnis von Desserts revolutionieren. Doch warum sind florale Aromen in der modernen Patisserie so beliebt geworden? Heute erklären die Experten vom Blumenversand in die Schweiz, wie Blumen die moderne Patisserie bereichern.
Historischer Kontext
Die Verwendung von Blumen und Blüten in der Küche ist keineswegs eine moderne Erfindung. Schon in der Antike nutzten verschiedene Kulturen Blumen, um ihren Speisen besondere Aromen und eine visuelle Attraktivität zu verleihen. Besonders in der orientalischen Küche waren Rosen und Orangenblüten weit verbreitet. Diese Tradition setzte sich im Mittelalter fort, als Blumen nicht nur in Getränken, sondern auch in Süßspeisen Einzug hielten.
- Baklava mit Rosenwasser. Ein klassisches Beispiel aus dem Nahen Osten, bei dem Rosenwasser für eine subtile, blumige Note sorgt.
- Französische Lavendel-Desserts. Lavendel wird in der Provence traditionell in feinen Backwaren wie Madeleines und Tuiles verwendet.
- Indisches Rasgulla mit Kewra-Wasser. In Indien verleiht Kewra-Wasser (aus den Blüten der Schraubenpalme) diesem beliebten Dessert ein besonderes Aroma.
Beliebte Blumen in der Patisserie
Rosen
Rosenwasser und getrocknete Rosenblüten gehören zu den beliebtesten Zutaten in der modernen Patisserie. Rosenwasser verleiht Cremes, Füllungen und Mousses eine sanfte, blumige Note, die besonders gut mit fruchtigen oder nussigen Komponenten harmoniert. Getrocknete Rosenblüten werden häufig zur Dekoration verwendet und sorgen für ein elegantes, romantisches Erscheinungsbild.
Lavendel
Lavendel ist eine weitere Blume, die in der Patisserie häufig verwendet wird. Sein intensives Aroma eignet sich besonders gut für die Zubereitung von Biskuits, Cremes und Eiskreationen. Allerdings ist es wichtig, Lavendel mit Bedacht einzusetzen, da sein starkes Aroma schnell dominieren kann. In der richtigen Dosierung verleiht Lavendel Desserts eine raffinierte, leicht herbe Note, die besonders gut zu Zitrusfrüchten oder dunkler Schokolade passt.
Veilchen
Veilchen werden häufig in Macarons und Bonbons eingesetzt. Ihr zartes, süßliches Aroma ist nicht nur geschmacklich interessant, sondern auch visuell ein Highlight. Veilchenblüten oder kandierte Veilchen finden oft als dekoratives Element Verwendung, das Desserts einen Hauch von Luxus verleiht.
Hibiskus
Hibiskus ist vor allem für seine intensive Farbe und seinen säuerlichen Geschmack bekannt. In der Patisserie wird er häufig in fruchtigen Desserts und Gelees verwendet. Hibiskus verleiht diesen Kreationen eine frische, spritzige Note und sorgt gleichzeitig für eine auffällige Farbgebung.
Holunderblüten
Holunderblüten sind eine weitere Blume, die in der modernen Patisserie gerne verwendet wird. Ihr feines, florales Aroma eignet sich hervorragend für die Zubereitung von Mousse, Sorbets und glasierten Torten. Holunderblüten verleihen diesen Desserts eine leichte, erfrischende Note, die besonders im Sommer beliebt ist.
Techniken zur Integration floraler Aromen
- Infusion. Eine gängige Technik, um florale Aromen in Desserts zu integrieren, ist die Infusion. Dabei werden die Aromen von Blüten durch das Einlegen in Sahne, Milch oder Sirup extrahiert.
- Essenz und Extrakt. Blumenessenzen und -extrakte sind hochkonzentrierte Aromastoffe, die durch Destillation oder Extraktion gewonnen werden. Sie bieten eine einfache Möglichkeit, florale Aromen in Desserts zu verstärken, ohne dass große Mengen an Blüten benötigt werden.
- Zucker und Sirup. Blütenzucker und Blütensirup sind weitere Techniken, um florale Aromen in der Patisserie zu nutzen. Blütenzucker wird hergestellt, indem Zucker mit Blütenblättern vermischt und über längere Zeit gelagert wird. Blütensirup hingegen wird durch das Aufkochen von Blüten in Wasser und Zucker hergestellt und kann vielseitig eingesetzt werden, etwa in Glasuren, Getränken oder als Topping für Desserts.
- Dekoration. Essbare Blüten werden häufig zur Dekoration von Desserts verwendet. Sie sorgen für visuelle Akzente und heben das Geschmackserlebnis auf ein höheres Niveau. Ob als frische Blüten, kandierte Blumen oder getrocknete Blütenblätter – sie verleihen jedem Dessert einen Hauch von Eleganz und machen es zu einem echten Hingucker.
Herausforderungen und Überlegungen
Dosierung
Eine der größten Herausforderungen bei der Verwendung floraler Aromen ist die richtige Dosierung. Da diese Aromen oft sehr intensiv sind, ist es wichtig, sie sparsam einzusetzen, um ein ausgewogenes Geschmacksprofil zu erzielen. Eine Überdosierung kann schnell dazu führen, dass das Dessert parfümiert oder seifig schmeckt.
Allergien und Geschmacksvorlieben
Bei der Verwendung von Blüten in der Patisserie ist auch die Sensibilität gegenüber möglichen Allergien und individuellen Geschmacksvorlieben zu berücksichtigen. Nicht jeder Gast schätzt den Geschmack von Blumen in Desserts, daher ist es wichtig, dies bei der Menüplanung zu bedenken und alternative Optionen anzubieten.
Beschaffung und Qualität
Die Qualität der verwendeten Blüten spielt eine entscheidende Rolle für das Endergebnis. Es ist wichtig, auf frische, unbehandelte Blüten aus nachhaltigem Anbau zu achten. Blüten, die mit Pestiziden behandelt wurden, sollten niemals in der Küche verwendet werden. Die Beschaffung qualitativ hochwertiger Blüten kann allerdings eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn diese saisonal begrenzt sind.

Bild: Foto von Brooke Lark auf Unsplash
Florale Aromen haben sich in der modernen Patisserie fest etabliert und bieten unendliche Möglichkeiten, traditionelle Desserts neu zu interpretieren und zu veredeln. Die richtige Dosierung und Auswahl der Blüten, gepaart mit einer nachhaltigen Beschaffung, sind entscheidend, um das volle Potenzial dieser Aromen auszuschöpfen. Florale Aromen bereichern nicht nur den Geschmack, sondern auch das visuelle Erlebnis von Desserts, und es ist zu erwarten, dass sie auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Patisserie spielen werden.
Titelbild: Foto von Brooke Lark auf Unsplash
