Verhalten bei einem Raubüberfall

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Auch wenn sich das selbstverständlich niemand wünscht, es kann passieren. Leider geht der Trend in die Richtung weniger Banken und große Filialen zu berauben (da deren Sicherheitssysteme immer besser geworden sind), als vielmehr kleinere Geschäfte und Betriebe, da diese meist weniger Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Im Jahr 2018 sind rund 3.000 Geschäfte überfallen worden bei denen ein Gesamtschaden von rund 1 Millionen Eur0 entstand.

Ein Raubüberfall kann für Ihre Mitarbeiter ein sehr furchterregender Moment sein, viele fürchten sogar um ihr Leben, haben große Angst und können langfristig traumatisiert sein. Eine Schulung zum richtigen Verhalten hilft, diese Angst etwas zu nehmen - insbesondere die Angst, in so einem Moment etwas falsch zu machen. Nachfolgend möchte ich Ihnen dazu einige Tipps und Verhaltensregeln geben, die Leben schützen und die Fahndung nach dem Täter erleichtern.

Schaffen Sie sichere Bedingungen

Im besten Falle gelingt es Ihnen, einem Raubüberfall vorzubeugen. Treffen Sie alle wichtigen Maßnahmen, um es einem Räuber (oder auch Einbrecher) so schwer wie möglich zu machen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist das regelmäßige Einwerfen des Bargeldes in einen Einwurfsafe. Wir empfehlen Modelle von der Fa. DiaDorn, die sich besonders auf die Gastronomie spezialisiert haben. Hier finden Sie eine große Auswahl an Modellen und Sicherheitsstufen.

  • Erstellen Sie ein Sicherheitskonzept - die Polizei-Beratungstellen helfen Ihnen dabei
  • Helle und von außen einsehbare Gasträume schrecken ab
  • Eine gute Außenbeleuchtung (z.B. auf dem Parkplatz oder der Zufahrt) bieten weitere Sicherheit
  • Haben Sie nie große Bargeldmengen im Haus. Lassen Sie den Service das Bargeld regelmäßig in einen Einwurfsafe werfen (den die Mitarbeiter nicht öffnen können).
  • Sensible Bereiche (z.B. Chefbüro) sollten durch Zugangsbeschränkungen gesichert sein
  • Vermeiden Sie, dass Dritte die Geldbearbeitung, wie z.B. Sortieren oder Zählen, beobachten können.
  • Installieren Sie einen stillen Alarm am Tresen, den man betätigen kann um die Polizei zu rufen, ohne dass dies im Betrieb angezeigt wird.
  • Eventuell sollte man über den Einbau von Überwachungskameras oder einer Alarmanlage nachdenken
  • Schulen Sie Ihre Mitarbeiter. Wie soll man sich in einer Raubsituation verhalten?
  • Verpflichten Sie Ihre Mitarbeiter dazu, dass über die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb Stillschweigen zu wahren ist.
  • Sensibiliseren Sie Ihre Mitarbeiter, stets aufmerksam zu sein und "merkwürdiges" Verhalten zu erkennen.
  • Lernen Sie das Fahndungsblatt der Polizei kennen und um zu wissen, auf was man bei einem Täter achten sollte, um ihn hinterher gut beschreiben zu können.

Verhalten während eines Raubüberfalls

Spielen Sie nicht den Helden! Hier einige weitere wichtige Verhaltenstipps:

+ Bringen Sie sich nicht in Gefahr. Leisten Sie keine Gegenwehr und rufen Sie nicht laut um Hilfe.
+ Benutzen Sie selber keinesfalls eine Waffe oder etwas ähnliches (großes Küchemesser, etc.)
+ Hören Sie aufmerksam zu, was der Täter sagt und befolgen Sie ohne Widerspruch seinen Anweisungen.
+ Wiederholen Sie in ruhiger Stimme die Anweisungen während Sie sie ausführen.
+ Erklären Sie weiterhin genau was Sie im Einzelnen tun, wie z.B. "Ich öffne jetzt diese Schublade hier um den Schlüssel für die Kasse herauszuholen".
+ Machen Sie keine schnellen Bewegungen und zeigen Sie so oft wie möglich Ihre Hände.
+ Halten Sie den Täter nicht für dumm. Er wird Ihnen nicht glauben, wenn Sie behaupten, dass Sie auf die Kasse keinen Zugriff haben.
+ Wenn es einen stillen Alarm gibt, sollten Sie diesen nur auslösen, wenn es gafahrlos möglich ist. Auf keinen Fall laute Alarme betätigen.
+ Sollte es Verletzte geben, bitten Sie den/die Täter darum, diesen Menschen helfen zu dürfen.
+ Versuchen Sie, sich alles relevante des Räubers einzuprägen: Größe, Gewicht, Ethnik, Bekleidung, Auffälligkeiten wie Tattoos oder Muttermale. Am besten, Sie schauen sich einmal eine Muster-Täterbeschreibung an (siehe unten), damit Sie wissen, mit welchen Informationen Sie der Polizei helfen können.
+ Sollten Sie den Täter persönlich erkannt haben, lassen Sie sich das nicht anmerken.

Verhalten nach einem Raubüberfall

  • Rufen Sie die Polizei unmittelbar nach dem Überfall (nach dem Verlassen des Räubers) an, nachdem Sie die Tür abgeschlossen haben. Sollten noch Zeugen im Restaurant sitzen, bitten Sie diese in jedem Fall bis zum Eintreffen der Polizei zu bleiben. Die Polizei verständigt zudem benötigte Rettungskräfte.
  • Leisten Sie bei Bedarf Erste Hilfe bei Verletzten
  • Geben Sie der Polizei bereits am Telefon so viele Informationen wie möglich. Insbesondere Ihre Adresse und Ihr Name sind an der Stelle erst einmal wichtig. Wenn Sie zudem nützliche Informationen haben, in welche Richtung der Räuber geflüchtet ist oder z.B. was für ein Fahrzeug er benutzt, hilft das der Polizei enorm.
  • Berühren Sie möglichst nichts am Tatort und bitten Sie auch andere, nichts zu verunreinigen.
  • Unterhalten Sie sich am besten nicht mit anderen über das Geschehene - dadurch werden nur Ihre Eindrücke und Erinnerungen vermischt. Das könnte die spätere Rekonstruktion des Tathergangs erschweren.
  • Sprechen Sie keinesfalls mit der Presse. Informieren Sie immer Ihren Vorgesetzten bzw. den Eigentümer des Restaurants.
  • Während Sie auf die Polizei warten, füllen Sie in Ruhe und alleine das Fahndungsblatt aus. Geben Sie dabei keine Vermutungen ab, sondern nur Tatsachen und das, was Sie wirklich gesehen haben. Bitte verwenden Sie für jeden Täter ein eigenes Blatt.
  • Lassen Sie sich bei Bedarf unbedingt helfen, z.B. von Notfallseelsorgern, einem Kriseninterventionsteam oder der Berufsgenossenschaft.

Links zum Thema Raubüberfall und Einbruch

> Broschüre der Polizei: Opferschutz bei Einbruch
> Broschüre der Polizei: Empfehlungen zum Einbruchschutz
> Berufsgenossenschaft BGN: Schulungs- und Infomaterialien
> Stadt Berlin: Allgemeines Verhalten bei Gewalt und Aggression

Tipps für Tresore

In der Gastronomie eignen sich Einwurftresore mit Schlitz oder Einwurfklappe am besten, um die täglichen Einnahmen sicher zu verwahren. Die Mitarbeiter können ganz einfach ihre Abrechnung machen und alles in einem Umschlag einwerfen, ohne direkten Zugang zu dem Safe haben zu müssen. Achten Sie beim Kauf/Aufstellen/Einbauen eines Tresors darauf, dass:

> Er eine zertifizierte Sicherheitsstufe hat.
> Fest an einer Wand/dem Boden befestigt wird.
> Am besten in einer Ecke installiert wird.
> Wenn er an Holz-/Metallteilen (z.B. im Tresen) befestigt wird, sollte eventuell eine Verstätkung vorgesehen werden.
> Nutzen Sie eine stabile Veränkerung und alle Befestigungspunkte des Trsors. Zwei Schrauben reichen eben manchmal nicht!
> Mehr Infos unter: Tresor-Wissen (externer Link)

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