Gutscheine: Besteuerung

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Gutscheine in der Gastronomie

Update 2020

Gutscheine sind beliebt. Gäste verschenken diese gerne an ihre Lieben. Auch für den Gastronomen sind Gutscheine eine sehr gute Möglichkeit, Einnahmen zu erzielen, ohne direkt eine Leistung erbringen zu müssen. Nicht zu vergessen ist auch der Prozentsatz an Beschenkten, die Gutscheine einfach nicht einlösen. Die Einnahmen aus Gutscheinen müssen aber natürlich auch versteuert werden. Bei der Besteuerung der Gutscheine ist zwischen Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen zu unterscheiden.

§ 3 Abs. 13 UStG definiert einen Gutschein im Allgemeinen so: Es handelt sich dann um einen Gutschein, wenn der Inhaber berechtigt ist, diesen an Zahlung statt zur Einlösung gegen Gegenstände oder Dienstleistungen zu verwenden.

Einzweckgutscheine

Einzweckgutscheine sind folgendermaßen definiert: Ein Einzweck-Gutschein ist nach § 3 Abs. 14 UStG ein Gutschein, bei dem bereits bei dessen Ausstellung alle Informationen vorliegen, die benötigt werden, um die umsatzsteuerliche Behandlung der zugrundeliegenden Umsätze mit Sicherheit zu bestimmen (Leistungsort, Wert, Steuersatz).

Bei diesen Gutscheinen, ist die Umsatzsteuer zum Zeitpunkt der Ausgabe (bzw. Übertragung) fällig. Die tatsächliche Ausführung der Leistung unterliegt dann keiner Besteuerung mehr.

Achtung: Keine Gutscheine sind demnach solche Coupons, die den Erwerber zu einem Rabatt bzw. Preisnachlass berechtigen, ihm aber nicht das Recht geben, solche Gegenstände oder Dienstleistungen im Umtausch für den Coupon zu erhalten.

Mehrzweckgutscheine

Mehrzweckgutscheine sind alle anderen Gutscheine, die keine Einzweckgutscheine sind. Wenn also z.B. die Höhe der Leistung noch nicht feststeht. Dies könnte der Fall sein, wenn jemand einen "Gutschein für ein 3-Gang-Menü mit Getränken" erwirbt und diesen erst bezahlt, wenn die Leistung erbracht und der endgültige Preis feststeht. Ein anderer Fal könnte sein, wenn der Leistungsort nicht feststeht, wie bei einem Gutschein für "Ein Essen im Restaurant xy im Haus oder zum Mitnehmen nach Hause". Rechtlich gesehen wird bei dem Kauf eines Mehrzweckgutscheins lediglich Geld in eine andere Art von Zahlungsmittel umgetauscht.

Einkommensteuer

Ist der Gastronom zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet (z.B. GmbH), dann stellen die Erlöse aus Gutscheinverkäufen keine Einnahmen dar. Der Betrag ist vielmehr als "erhaltene Anzahlung" zu buchen. Erst bei Einlösung des Gutscheins werden sie einkommensteuerpflichtig.

Ist der Gastronom hingegen Einzelkaufmann und muss lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung machen, so ist die Einnahme beim Verkauf von Gutscheinen unmittelbar einkommensteuerpflichtig.

Finanzamt prüft dieses Thema gerne

Da das Finanzamt naturgemäß weiß, dass in diesem Bereich oftmals in der betrieblichen Praxis von gastronomischen Betrieben Fehler gemacht werden, prüfen sie diesen Bereich bei einer Betriebsprüfung immer. Am besten, Sie kommen dem Finanzamt zuvor und prüfen selbst noch einmal Ihre Praxis!

Besonderheiten in Corona Zeiten

Um den Gastronomen das Leben während Corona etwas einacher zu machen, hat die Bundesregierung besondere Maßnahmen ergirffen, die auch das Thema Gutschein betreffen. Bitte lesen Sie den > Artikel zu den Steuersenkungen in Coronazeiten hier.

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