#297 Erfolgreich mit einem Foodtruck

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Unendliche Möglichkeiten

In Amerika und vielen anderen Ländern gibt es sie schon viele Jahre - die Foodtruck. Bei uns ist es immer noch eher etwas Ungewöhnliches - auch wenn sich der Trend unaufhaltsam immer weiter entwickelt. Manche haben jedoch jetzt bereits Kultstatus erreicht. Wenn auch Sie darüber nachdenken, ein Foodtruck-Business zu starten erhalten Sie hier viele nützliche Informationen.

Mit einem Restaurant oder einer Bar ist man an einen festen Standort gebunden. Mit einem Foodtruck hingegen kann man dort Geschäft machen, wo die Gäste und Kunden sind. Mittags vor einem geschäftigen Büroviertel, abends vor einer großen Disko, am Wochenende auf einem der vielen Märkte, morgens vor einem Messegelände usw. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich.

Aber Achtung: Die gewerbliche Nutzung öffentlichen Raums ist zunächst einmal in Deutschland nicht gestattet. Man muss sich entweder um eine entsprechende Genehmigung kümmern oder aber - und das wäre meine Empfehlung - einfach auf private Gelände ausweichen. Anstelle also seinen Foodtruck direkt auf einer öffentliche Straße zu platzieren, mietet man sich einfach einen Stellplatz im Hof des benachtbarten Grundstücks oder nutzt Parkflächen von Einkaufszentren, etc. - aber dazu später mehr.

Was kann man in einem Foodtruck anbieten?

Nun stellt sich natürlich auch die Frage, was man anbieten möchte. Man kann bei der Beantwortung dieser Frage auf unterschiedliche Weise vorgehen:

> Welche Speisen sind gerade besonders angesagt?
> Gibt es ein ganz besonderes Familienrezept?
> Welche Speisen sind in der Region besonders beliebt?
> Welche anderen Foodtrucks gibt es bereits in der Region und was bieten diese an?
> Welche Speisen eignen sich für einen/meinen Foodtruck? (Thema Größe, Küchenausstattung, externe Lagermöglichkeiten)

Wenn Sie eine Speise (oder eine artverwandte Gruppe von Speisen wie z.B. verschiedene Burger oder Salate) gefunden haben, die Sie anbieten möchten, perfektionieren Sie die Rezeptur, den Geschmack und den Herstellungsprozeß. Auf einem Foodtruck ist wenig Platz und alles muss so effizient wie möglich gestaltet werden. Je aufwendiger ein Rezept ist, desto schwieriger wird es. Man muss mit dem begrenzten Platz, begrentzter Kühlung und Lagerkapazitäten bestmöglich haushalten.

Hinzu kommt, dass die Gäste draussen am Truck auf ihr Essen warten. Dauert es zu lange verlieren Sie die Lust bei Ihnen zu essen, da die Schlangen einfach zu lang werden. Das Schlagwort ist also: Optimieren, Optimieren, Optimieren

Foodtruck mieten oder kaufen?

Ein neuer Foodtruck kann schnell zwischen 25.000 und 100.000 Euro kosten. Natürlich geht es auch preiswerter, wenn man einen gebrauchten Truck kauft oder sich vielleicht zunächst mal einen mietet. Verschiedene Anbieter helfen hier weiter. Mit einem gemieteten Foodtruck kann man erst einmal sein Konzept testen. Sind die angebotenen Speisen das, was die Gäste wirklich wollen? Ist das Geschäft ansich das richtige für mich? Gibt es genügend Plätze an denen ich stehen kann/darf? Ist allgemeiner Bedarf für einen Foodtruck in meiner Gegend da?

Die Empfehlung wäre also, sich zunächst einmal einen Foodtruck zu mieten. Die Investitionen halten sich in Grenzen und man kann weiter optimieren. Zudem erkennt man welche Größe an Truck man eigentlich braucht und wie die Küche genau ausgestattet sein muss. Hierbei gibt es nämlch sehr vieles zu bedenken. Man braucht zum Beispiel eine Menge an heißem Wasser, einen Abwassertank, Kühlung, getrennte Lagereinheiten für Lebensmittel/Reinigungsmittel/Kleidung etc. Man benötigt ggf. einen Stromgenerator, ggf. Gasanschlüsse und vieles mehr.

Übrigens: Manche Gemeinden verlangen, dass man mit einer gewerblichen Küche einen Vertrag hat (oder selbst eine besitzt), damit die Vorbereitung und Zwischenlagerung der Speisen gewährleistet ist.

Standorte und bürokratische Hürden

Wie bereits eingangs erwähnt ist es in Deutschland verboten, den öffentlichen Raum gewerblich zu nutzen. In manchen Fällen werden keinerlei Ausnahmen gemacht, in anderen Gemeinden kann man sich entsprechende Genehmigungen (kostenpflichtig) holen. Daraus ergibt sich die einzig logische Konsequenz - man weicht auf private Flächen aus. Dies können private Parkplätze sein, große Parkflächen von Einkaufszentren, frei Grundstücke jeder Art, Freiflächen vor Diskotheken. Auch Fläche von öffentlichen Trägern wie Nahverkehrsgesellschaften, Bundesbahn oder Stadtwerken kommen in Frage, wenn Sie dort die entsprechende Genehmigung erfragen und ggf. Miete zahlen.

Natürlich sollte der Standort gut gewählt werden in Bezug auf das mögliche Marktpotential. Ausserdem sollte man sich überlegen, ob man wirklich jeden Tag an der selben Stelle stehen will oder aber z.B. rotiert und je Wochentag an einer anderen Stelle seine Lager bezieht und so den möglichen Gästekreis erweitert. Man kann zudem sogar im Laufe eines Tages mehrfach umziehen. Morgens vor einer Messehalle (wenn alle Besucher und Aussteller anreisen), mittags vor einem großen Bürohaus, nachmittags in einer touristischen Gegend und abends/nachts vor einer Disko.

Übrigens: Diese Papiere bzw. Genehmigungen brauchen Sie:
> Reisegewerbekarte
> Bescheinigung zur Erstbelehrung nach §43 Infektionsschutzgesetz
> Gewerbeschein, Steuerliche Erfassung
> ggf. Ausschankgenehmigung
> schriftliche Genehmigung des Grundstückeigentümers wo Sie den Foodtruck aufstellen möchten
> ggf. Meldungen zur Sozialversicherung für Ihre Mitarbeiter

An was sollte man sonst noch denken?

Neben dem bereits erwähnten, stellen sich viele weitere Fragen. Wo stellt man das Fahrzeug ab, wenn es gerade nicht genutzt wird? Kann man es leicht reinigen? Braucht man eine größere Fläche zum Lagern von Speisen und Verbrauchtsartikeln wie Servietten, Teller, etc.? Welche Versicherungen brauche ich für meinen Foodtruck?

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