ETL: USt-Erhöhung beim Saunagang

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Tritt am 1. Juli 2015 in Kraft

Saunieren galt immer schon als Gesundheitsprophylaxe und wurde daher mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz i.H.v. 7 Prozent als Heilbad besteuert. Doch seit dem 1. Juli 2015 ist nun Schluss damit.

Während es bislang reichte, dass die verabreichten Heilbäder ihrer Art nach allgemeinen Heilzwecken dienen, orientiert sich die Steuerermäßigung für Heilbäder nunmehr an der Heilmittel-Richtlinie und dem Heilmittel-Katalog.

Damit sind nur die Heilbäder und Heilverfahren weiterhin mit 7 Prozent Umsatzsteuer begünstigt, die nach Heilmittelkatalog verordnungsfähig sind und die ein Arzt oder Heilpraktiker im Krankheitsfall verschreiben würde. Saunabäder gehören nicht dazu.

Da die Saunanutzung, ähnlich wie auch das Frühstück, nicht unmittelbar mit der Übernachtung zusammenhängt, handelt es sich insoweit auch nicht um eine Nebenleistung zur Übernachtung. Die Saunanutzung ist daher nach dem jetzigen Stand der Dinge, wie auch schon das Frühstück und andere Leistungen, z. B. Wellnessangebote oder Parkplatzgestellung, als eigenständige Leistung mit 19 Prozent Umsatzsteuer abzurechnen.

Vielfach erfolgt die Abrechnung dieses Bündels von verschiedenen eigenständigen (Haupt-)Leistungen des Hoteliers gegenüber den Gästen im sogenannten Business-Package, für das 19 Prozent Umsatzsteuer berechnet wird. Diese Abrechnungspraxis deckt sich zumindest mit der hierzu bisher ergangenen höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs.

Hinweis: Auf Länderebene wird derzeit noch diskutiert, ob Saunagänge hilfsweise als Nebenleistung zur Schwimmbadnutzung angesehen werden können. Da die Schwimmbadnutzung grundsätzlich ermäßigt mit 7 Prozent besteuert wird, hätte das den Vorteil, dass auch der Saunagang weiterhin ermäßigt besteuert werden könnte.

Es versteht sich von selbst, dass natürlich auch tatsächlich ein Schwimmbad vorhanden sein muss und dass der Saunagang in Verbindung mit dieser Schwimmbadnutzung angeboten wird. In diesem Fall könnte der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent in der Hotelrechnung auch über den 1. Juli 2015 hinaus zulässig sein. Sofern auf Länderebene jedoch keine Einigung erzielt wird, bleibt es bei der Umsatzsteuererhöhung für Saunagänge von 7 auf 19 Prozent ab dem 1. Juli 2015. Für Hoteliers empfiehlt es sich, ihre Preis- und Abrechnungssysteme anzupassen, damit sie die Steuererhöhung nicht alleine tragen müssen.

(Stand: 20. Juli 2015)

Anke Kieser

ETL Adhoga Verbund in Wolgast

Autor:
Anke Kieser, ETL ADHOGA Verbund in Wolgast, spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten

Kontakt:
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