Drogen- und Alkoholprobleme

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Wann Sie einschreiten müssen!

Oder sollen wir einfach abwarten bis sich das Problem von alleine gelöst hat? Keinesfalls, denn solche Probleme lösen sich nicht von alleine – sie werden nur schlimmer. Außerdem haben Sie ein Geschäft am Laufen zu halten und eine Verpflichtung die anderen Kollegen zu schützen. Die Chancen sind sehr groß, dass die meisten Kollegen von dem Problem vor Ihnen wussten. Jetzt werden sie Sie sehr genau beobachten, wie Sie damit umgehen werden.

Sie werden zur Bewältigung von Alkohol- und Drogenproblemen in Ihrem Betrieb die Unterstützung der anderen Kollegen brauchen und ggf. auch von professioneller Seite (z.B. Drogenberatungsstelle). Es kommen ja auch immer mehr Drogen dazu, die man teilweise kaum kennt und deren Wirkung fatal sein kann. Der Alkohol ist aber immer noch das Hauptproblem, da es hier oft zu Gewaltausbrüchen kommt. Im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen müssen Sie sich ggf. auch mit rechtlichen Dingen auseinandersetzen. Ist Ihr -> Mitarbeiter-Handbuch zudem auf dem neusten Stand? Sind alle Führungskräfte geschult in dem Bereich oder sollten Sie einmal gemeinsam eine Grundschulung bei einer öffentlichen Beratungsstelle machen?

Hier ein möglicher Leitfaden

  • Treffen Sie sich mit dem entsprechenden Mitarbeiter zu einem 4-Augen Gespräch. Machen Sie sich Notizen und sorgen Sie für unbedingte Vertraulichkeit. Das geht niemanden etwas an.
  • Wahren Sie stets den Respekt und bleiben Sie ruhig. Sie werden vermutlich verärgert sein, aber das dürfen Sie sich nicht anmerken lassen. Das wäre höchst unprofessionell.
  • Beschränken Sie sich auf das verschlechterte Verhalten im Betrieb – geben Sie aktuelle Beispiele mit Datum und Situation. Es geht hier nicht darum, das „warum“ zu ergründen. Diese Arbeit sollte man den Profis überlassen.
  • Setzen Sie auf Sicherheitsaspekte. Machen Sie klar, dass man alkoholisiert einfach nicht sicher arbeiten kann (z.B. in der Küche mit Messern und Maschinen umgehen). Das hilft außerdem, das Gespräch sachlich zu halten.
  • Machen Sie keine leeren Drohungen. Machen Sie hingegen klar, dass Sie schlechtes Verhalten nicht weiter dulden werden und ggf. eine Kündigung droht. Setzen Sie ein Zeitlimit.
  • Halten Sie Informationen und Adressen von örtlichen Drogenberatungsstellen bereit (-> Drogenberatung auf Wikipedia - externer Link)
  • Versuchen Sie sich von dem Gedanken zu verabschieden, den Mitarbeiter „retten“ zu wollen. Abhängige werden sich nicht ändern, außer sie wollen es selbst!

Was wird in einem solchen Gespräch passieren?

+ Es ist nicht das erste Gespräch:
Der potentielle Abhängige wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal erwischt und in einem Gespräch damit konfrontiert. Er weiß also ganz genau, wie Sie mit so etwas umgehen und ob Sie konsequent oder eher nachlässig sind, ob Sie leere Drohungen aussprechen oder zu Ihrem Wort stehen.

+ Sie leugnen, dass es ein Problem gibt:
Oder noch schlimmer – sie beschuldigen Sie selbst oder andere Kollegen, dass man nur hinter ihn her ist oder ihn loswerden will und an der Sache nichts dran sei. Bleiben Sie ruhig und sachlich und halten Sie sich an die Fakten des Falles.

+ Es wird Ihnen gedroht:
z.B. mit einem Anwalt, einer öffentlichen Szene oder einfach mit der sofortigen Kündigung (im Chaos) oder durchaus auch mit körperlicher Gewalt. Natürlich hat er all‘ diese Möglichkeiten. Erinnern Sie ihn jedoch daran, dass es Ihre Aufgabe ist, die allgemeine Ordnung und die Moral am Arbeitsplatz zu erhalten, Sie verantwortlich sind für das Wohlergehen und die Sicherheit der anderen Kollegen und dass Sie somit gar keine andere Chance haben. Sollten Sie bereits im Vorfeld das Gefühl haben, dass es zu Drohungen kommen kann, sorgen Sie dafür dass andere Leute in der Nähe sind und Ihnen ggf. beistehen können.

+ Der Beschuldige wird ärgerlich:
Er fängt an, Sie anzuschreien oder einzuschüchtern, so dass Sie die Sache auf sich beruhen lassen sollen. Bleiben Sie unbedingt ruhig, geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit sich zu beruhigen und versuchen Sie dann das sachliche Gespräch wieder aufzunehmen. Ggf. muss das Gespräch auch auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden.

+ Der Beschuldigte sucht nach Ausreden:
Manche davon mögen sich sogar glaubwürdig anhören, wie z.B. „Ich musste in letzter Zeit so viele Stunden schieben – da brauchte ich einfach etwas um mich bei Laube zu halten“. Bleiben Sie bei der Sache und bleiben Sie bei der Arbeitseinstellung und den Punkten wie im Punkt „Es wird Ihnen gedroht“. Bieten Sie aber gleichzeitig professionelle Hilfe an – solange der Alkohol- oder Drogenkonsum sofort unterlassen wird.

+ Das Problem lässt sich nicht in einem Gespräch lösen
Sie haben getan, was in Ihrer Macht steht … dennoch hat das Gespräch zu keinem wirklichen Ergebnis geführt. Sie hatten eigentlich das Gefühl, alles gut rübergebracht zu haben. Es muss also ein neues Gespräch anberaumt werden. Lassen Sie dazwischen nicht zu viel Zeit verstreichen und haben Sie ein intensives Auge auf den Kollegen. Überlegen Sie sich, was Sie in dem nächsten Gespräch anders machen müssen, damit es erfolgreich wird. Sie haben nun Zeit sich besser darauf vorzubereiten!

Lesen Sie bitte auch den Artikel -> Diebstahl durch Mitarbeiter (da es hier oftmals einen Zusammenhang gibt)

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