#58 Eine gute Führungskraft sein - 6 Tipps

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Machen Sie sich stets bewusst, das Ihre Führungsrolle nie Feierabend hat. Sobald Mitarbeiter in der Nähe sind, stehen Sie unter Beobachtung.
Einer muss den Hut aufhaben - meist der Inhaber oder Geschäftsführer

© Jürgen Priewe - Fotolia.com

Wie sich eine Führungskraft gibt und zeigt ist Alles. Sind Sie nach einer durchzechten Nacht müde? Das interessiert keinen. Liegen die Haare nicht richtig? Pech gehabt. Sind Sie noch geladen, weil Sie sich am Morgen mit Ihrer Frau/ Ihrem Mann gestritten haben? Legen Sie das ab. Die Haltung die Sie einnehmen, die Worte die Sie sprechen, die Körpersprache die Sie aussenden und das hönische Gesicht das Sie machen (und von dem Sie annehmen, dass es keiner bemerkt - aber natürlich tun das alle) - all das formt das Bild über Sie als Führungskraft und vermittelt die Werte, die Ihnen offenbar wichtig sind.

Wir alle haben in unserer beruflichen Laufbahn sicher gute und schlechte Führungskräfte erlebt. Die einen haben sich im besten Sinne nach oben gekämpft, andere haben sich treiben lassen und kannten einfach die richtigen Leute, wieder andere sind so wenig wie möglich Risiken eingegangen und konnten so auch wenig Fehler machen.

Egal aus welchem Grund Sie vor Ihre Leute treten ... es werden gewissen Anforderungen an Sie gestellt, denen Sie gerecht werden sollten:

1. Wahrnehmung
"Kleider machen Leute" sagte bereits der Dichter Gottried Keller. Die Menschen glauben, dass Sie das bekommen, was Sie sehen. Wenn Sie auftreten wie eine großartige Führungskraft, dabei aber aussehen wie Al Bundi wird man Sie wohl nicht für voll nehmen. Wahrnehmung ist Realität in den Augen der Menschen. Passend gekleidet werden Sie sich auch selbst wohl fühlen und in der richtigen Stimmung sein. Wenn Sie sich fühlen wie eine Führungskraft, werden Sie sich auch so verhalten.

2. Füllen Sie die Rolle aus
Die allgemeine Vorstellung einer guten Führungskraft ist die einer extrovertierten, selbstsicheren Person, die gerne auch vor versammelter Mannschaft eine Rede hält. Sollten Sie sich bei dieser Beschreibung nicht angesprochen fühlen - arbeiten Sie daran! Nehmen Sie sich ein Vorbild und versuchen Sie, in Ihrem Verhalten so nah wie möglich an Ihr Vorbild heranzukommen. Stehen Sie dann einmal im Rampenlicht, stellen Sie sich einfach vor, Sie sind diese andere Person und schaffen all das mit einer wunderbaren Leichtigkeit.

3. Immer ehrlich sein
Ihre Mitarbeiter erkennen schneller als Ihnen vielleicht lieb ist, ob Sie sie verar* oder unsauber spielen. Es gibt stets zwei Gruppen von Kollegen: Die einen, die Ihnen Glauben schenken und die anderen, die weiter skeptisch bleiben und noch überzeugt werden müssen. Die die noch überzeugt werden müssen, können dafür die unterschiedlichsten Gründe haben: Sie wirken zu "glatt", Sie sind zu nett, Sie wirken zu perfekt (da muss doch ein Haken sein) usw. Seien Sie einfach authentisch und finden Sie die richtige Balance zwischen "Zuckerbrot und Peitsche".

4. Stellen Sie sich schwierigen Fragen
Gute Führungskräfte arbeiten ohne große Grenzen. Sie wissen, dass Offenheit und Transparenz wichtig sind für den Aufbau von Vertrauen und Innovation. Wenn Sie zudem möchten, dass Ihre Leute die richtigen Entscheidungen treffen, brauchen Sie auch alle relevanten Informationen dazu, um diese Entscheidungen richtig treffen zu können.

Die Weitergabe von Wissen ist sehr wertvoll. Aber die Weitergabe der richtigen Informationen an die richtigen Leute kann aus der Mittelmäßigkeit zur Perfektion führen. Natürlich gibt es auch Informationen, die man aus Datenschutzgründen oder anderer Gründe nicht weitergeben darf. Dann kommunizieren Sie das aber entsprechend. Es ist stets besser für den Gegenüber zu wissen, warum eine Frage nicht beantwortet werden kann, als einfach nur um den heißen Brei herum zu reden. Das Beantworten auch kritischer Fragen zeigt Ihren Leuten, dass sie Ihnen wichtig sind.

5. Einfach nur zuhören
Nicht immer geht es darum, Ihre Meinung zu hören oder eine Lösung für etwas zu finden. Manchmal geht es einfach nur darum, sich die Probleme und täglichen Herausforderungen der Kollegen anzuhören. Hören Sie in Ruhe zu und machen Sie sich ggf. Notizen. Das zeigt Ihrem Gegenüber, dass Sie ihn ernst nehmen.

6. Seien Sie unparteiisch und offen
So wie Sie sich in Meetings, bei Gesprächen am Tresen oder in der Küche geben, so werden Sie wahrgenommen. Seien Sie berechenbar und authentisch. Nichts ist schlimmer, als wenn Ihnen unterstellt werden kann, dass Sie unehrlich oder falsch sind und jedes Mal eine neue Meinung vertreten. Schaffen Sie sich keine Ja-Sager um sich herum. Bevorzugen Sie nicht Einzelne. Machen Sie sich bewusst, dass es nicht nur darauf ankommt was Sie sagen sondern auch wie Sie Dinge sagen.

Machen Sie sich stets bewusst, das Ihre Führungsrolle nie Feierabend hat. Sobald Mitarbeiter in der Nähe sind, stehen Sie unter Beobachtung.