#52 Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken

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Sind Sie eine gute Führungskraft?

Fisch

von Tomas Castelazo (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Ihre Mitarbeiter sind Ihr bestes Kapital. Sie motiviert zu halten fördert nicht nur die Gästezufriedenheit sondern am Ende auch Ihren Umsatz und Gewinn. Zugegebenermaßen wird es aber auch immer schwieriger. Laut einer Gallup-Studie (2012) haben bereits 70% aller Mitarbeiter keine emotionale Bindung mehr zu Ihrem Arbeitgeber (Betrieb). Eine erschreckende hohe Zahl.

Leider sind wir alle nur menschlich und so passiert es, dass wir schnell mit unseren Mitarbeitern unzufrieden sind und erwarten, dass Sie die gleiche Energie und den gleichen Antrieb haben, wie man selbst (als Betreiber oder Geschäftsführer). Wir verzweifeln, weil wir sie vielleicht nicht im Griff haben, kontrollieren können oder es nicht schaffen, Ihre Einstellung zu ändern (so dass sie mehr sind wie man selbst).

Verzeifeln Sie nicht ... oftmals ist es nämlich der Betreiber (Geschäftsführer) selbst, der das größte Problem ist. Und ein paar persönliche Änderungen können zu einer enormen Zunahme der Einstellung der Mitarbeiter, des Engagements und der Motivation führen. So gehts:

+ Was ist das Wichtigste?
oder: Verlieren Sie das Gesamtbild nicht aus den Augen
Vielfach ist es doch so ... wenn einem ein Mitarbeiter auf die Nerven geht, schaut man immer mehr auf die Kleinigkeiten anstatt darauf, worauf es wirklich ankommt. Dummerweise haben kleine Probleme die Angewohnheit, zu großen zu werden. Daher ist es sehr wichtig, das Gesamtbild nicht aus den Augen zu verlieren. Hier ein Beispiel: Ein Mitarbeiter kommt fast immer zu spät zur Arbeit und das geht Ihnen auf die Nerven. Sie sind versucht, den Mitarbeiter darauf anzusprechen oder ihm sogar eine Abmahnung zu geben. Aber gehen Sie doch nochmal in sich. Ist das wirklich so wichtig? Die gleiche Person ist nämlich eine ganz hervorragende Servicekraft, der toll verkaufen kann und bei den Gästen sehr beliebt ist. Ist es da wirklich entscheidend, dass er täglich 5 Minuten zu spät kommt (aber auch immer länger bleibt, wenn es der Betrieb erfodert)?

+ Ziele setzen / Erwartungshaltung klar formulieren
Viele Führungskräfte beschweren sich über die Unzulänglichkeiten ihrer Mitarbeiter. Wenn man sie aber fragt, ob sie ihnen Ziele gesetzt haben und klar gemacht haben, wo die Reise hin gehen soll, dann wird gerne herumgestottert. Es wurden nämlich keine Ziele formuliert. Woher sollen die Mitarbeiter also wissen, was von ihnen erwartet wird? Geben Sie klare Ziele vor. Machen Sie Ihre Erwartungshaltung klar. Ihre Mitarbeiter können keine Gedanken lesen und daher nicht wissen, was Sie konkret erwarten. Lesen Sie hierzu auch den Artikel zum Thema -> Führen mit Zielen und -> Stellenbeschreibungen

+ In die Verantwortung nehmen
Das laxe umgehen mit schlechtem Verhalten führt schnell zu schlechtem Benehmen und zu Mittelmäßigkeit. Wenn Mitarbeiter die Erwartungen nicht erfüllen (die vorher klar formuliert wurden) muss das umgehend und bestimmt angesprochen werden. Wenn Sie solches Verhalten billigen kann das schnell zu größeren Problemen führen. Wenn sich Dinge erst einmal eingebürgert haben, wird es schwerer sie zu bekämpfen. Die Moral der gesamten Mannschaft leidet außerdem darunter, wenn Sie schlechtes Verhalten bei einzelnen durchgehen lassen. Ganz besonders in kleinen Gastronomien kann dies schnell die Atmosphäre vergiften. Führen Sie durch Vorbildhaltung. Geben Sie selbst Fehler zu und bleiben Sie berechenbar. Gute Führungskräfte haben keine Angst, Fehler zuzugeben und dies führt automatisch zu
mehr Anerkennung und Respekt.

+ Für Feedback offen sein
In vielen Fällen werden nur die Jahresgespräche (lesen Sie hierzu auch den entsprechenden Fachartikel) für den Austausch von Feedback genutzt. Hier sollten Sie aber stets am Ball bleiben. Sprechen Sie gute Dinge, aber auch schlechtes Verhalten direkt an. Bitten Sie umgekehrt um direktes Feedback durch Ihre Mitarbeiter, wenn Bedarf dazu besteht. Auch das ist eine Form des Führens durch Vorbild und erhöht den gegenseitigen Respekt. Es geht dabei schließlich um eine Verbesserung der Produktivität und der Leistungsqualität gegenüber den Gästen. Als Führungskraft hat man zudem die Möglichkeit, die Art und den Ton des Feedbacks zu bestimmen. Lesen Sie auch den -> Extra-Tipp #7: Loben Sie, aber richtig.

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