#225 Es ist nicht immer alles selbstverständlich

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Ein langsam schleichender Prozess

Im Laufe der Zeit schleichen sich Gewohnheiten der Mitarbeiter ein, die schnell als selbstverständlich angenommen werden. Sie sind ein guter Mensch und Ihnen liegen Ihre Mitarbeiter am Herzen. Langsam aber sicher schleichen sich kleine Gefälligkeiten ein, die man schwer wieder los wird. Die Mitarbeiter denken sich vielleicht, dass Sie ja sooo viel Geld verdienen, so dass es am Ende nichts ausmacht, wenn sie sich auch einen kleinen Teil des Kuchens abschneiden. Machen Sie dem ein Ende!

Wie in vielen Bereichen des Lebens, brauchen auch Ihre Mitarbeiter Standards und Verhaltensregeln an denen sie sich orientieren können und die sie einhalten müssen. Wenn das Management ihnen keine vorgibt, machen sie ihre eigenen - und leider sind diese meist nicht im Sinne des Betriebes.

Nachfolgend finden Sie eine Liste mit Bereichen, die oftmals ein Problem darstellen können. Sicher treffen einige dieser Punkte auch auf Ihre Gastronomie zu. Welche sind das und wie sollten Sie vorgehen?

1. Reste werden mit nach Hause genommen

Komisch ... Immer wenn es erlaubt ist, übriggebliebene Speisen mit nach Hause zu nehmen, sind diese "Überreste" ziemlich groß. Wieso wird bei der Produktion so üppig kalkuliert? Vielleicht um am Ende ausreichend zum "Mitnachhausenehmen" zu haben? Legen Sie einen Riegel davor. Untersagen Sie das Mitnehmen von Lebensmitteln oder Getränken.

Sicherlich können Sie Ihren Leuten Mitarbeiteressen im Haus anbieten - aber eben nicht außer Haus. So behalten Sie die Kontrolle. Machen Sie klar, dass es sich ansonsten um Diebstahl handelt, der nicht nur mit einer fristlosen Kündigung endet, sondern auch mit einer Strafanzeige bei der Polizei.

2. Zuspätkommen

Sie kennen das sicher: Ein Kollege ruft an und meint, dass er heute leider 15 Minuten zu spät kommen wird. Und irgendwie ist es immer der selbe Kollege der mindestens einmal die Woche anruft. Sie müssen schnell dagegen vorgehen. Denn alle anderen werden sich denken, dass wenn der das immer wieder machen kann, dann kann ich das auch.

Machen Sie es offiziell und geben Sie diesem Mitarbeiter eine Abmahnung (in der Sie auf die weiteren Konsequenzen aufmerksam machen). Stellen Sie sicher, dass alle wissen, dass der Betrieb Zuspätkommen nicht akzeptiert. Im Handelsblatt finden Sie hierzu einen Artikel unter dem Titel -> So disziplinieren Sie chronische Zuspätkommer (externer Link) Sicher auch interessant: -> Wann droht die Kündigung bei Zuspätkommen? (externer Link)

3. Dienste tauschen

Sie machen sich viel Mühe bei der -> Erstellung des Dienstplans. Sie erlauben zudem, dass die Mitarbeiter Dienste untereinander tauschen können. Leider endet das oft im Chaos. Sie brauchen klare Regeln beim Tauschen von Diensten. Außerdem sollten Sie überlegen, ob es nicht der Genehmigung des Abteilungsleiters bedarf, wenn Dienste getauscht werden. Oder aber, Sie entscheiden sich für eine -> App-basierte Online Variante des Dienstplans. Dann funktioniert das alles fast automatisch und mit viel weniger Aufwand für alle Seiten.

4. Das Feierabendgetränk

Sie haben gelegentlich am Ende eines erfolgreichen Tages mal ein Bierchen ausgegeben. Leider hat sich diese Ausnahmeregelung verselbstständigt und nun gibt jeden Abend Drinks für alle - von Bier bis Cocktails und von Service bis zur Freundin des Commis. Sie müssen jetzt handeln! Untersagen Sie das Trinken jedweden Alkohols im Betrieb - dies gilt auch nach Feierabend.

Leider kann es in der Gastronomie auch immer mal zu schwerwiegenden -> Alkohol- oder Drogenproblemen kommen. Nehmen Sie sich solcher Fälle rechtzeitig an und fördern Sie in keiner Art und Weise den Konsum.

5. Handynutzung

Das liebe Handy - für manche Kollegen ist es so wichtig wie der eigene Arm oder das eigene Kind. Wenn man es ihnen wegnimmt, kann es zu wahren Dramen kommen. Aber was hilft es - ein Handy hat bei der Arbeit nichts verloren. Sie als Arbeitgeber dürfen die Nutzung untersagen. Im besten Falle haben Sie abschließbare Aufbewahrungen für die Handys der Mitarbeiter (z.B. Spind).

Setzen Sie klare Regeln zu dem Thema. Wie das ganze im Einzelnen rechtlich zu betrachten ist, können Sie in -> diesem externen Artikel lesen. Sehr umfangreich und interessant ist auch dieses -> Merkblatt zum Thema Handynutzung am Arbeitsplatz (externer Link).

6. Nichts zu tun ... gibt es nicht!

Leider ist heute nicht so viel los im Restaurant. Kein Grund, einfach rumzuhängen - es gibt immer etwas zu tun! Man kann putzen, Menagen auffüllen, Menükarten falten, den Getränkekühlschrank auswaschen oder oder oder. Am besten, Sie machen sich eine Liste mit Arbeiten, die erledigt werden können, wenn wenig zu tun ist. Und vergessen Sie nicht, diese stetig zu ergänzen und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

7. Schlampiges Auftreten

Ihr männliches Servicepersonal sieht aus wie nach einem 3-tägigen Zeltlager? Bei den Damen scheinen gerade lila Haarsträhnen angesagt zu sein? Ebenso geht der Trend zu Nasenpiercings und Halstattoos? So kann es nicht weitergehen. Sie brauchen klare Regeln für das Auftreten und das Aussehen Ihrer Mitarbeiter - insbesondere für die, die am Gast arbeiten.

Am besten ist es, wenn Sie Fotos vom Idealzustand machen und dieses dann mit Erläuterungen versehen. So kann es keine Interpretationen oder Missverständnisse geben. Immerhin sollen sich die Gäste wohl fühlen und nicht das Gefühl haben, von einem ungepflegten Servicemitarbeiter bedient zu werden. Schnell können die Gäste nämlich denken, dass dem Besitzer solche Dinge egal sind ... wie sieht es dann erst in der Küche aus!!!

8. Gegeneinander ausspielen

Mitarbeiter können manchmal wie Kinder sein. Da kommt der Servicemitarbeiter zum Restaurantleiter und bittet um frei am kommenden Sonntag. Dieser verneint. Kurz darauf geht der Mitarbeiter zum Betriebsleiter oder Eigentümer und fragt diesen. Der sagt ja, geht zum Restaurantleiter, um es diesem mitzuteilen und erfährt, dass der Mitarbeiter zuvor eine Abfuhr erhalten hat. Blöde Situation.

Klären Sie solche Fälle intern und legen Sie fest, bei welchen Fällen wer zu fragen ist. Lassen Sie sich nicht gegeneinander ausspielen.

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