#192 Sie verlieren Geld ... jeden Tag!

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Wo verlieren Sie bares Geld?

Es sind die vielen kleinen Stellen, an denen man Geld verliert ... die sich aber am Ende zu einem nicht unerheblichen Betrag summieren! In diesem Artikel möchte ich Sie sensibilisieren und einige dieser Stellen aufzeigen. In jedem Betrieb wird es viele weitere Schlupflöcher dieser Art geben. Suchen Sie gezielt danach. Was hilft es Ihnen, Ihre Milch bei dem neuen Lieferanten für 5 Cent günstiger einzukaufen, wenn Ihnen das Geld an anderer Stelle einfach so durch die Finger rinnt?

Mit einigen der nachfolgend beschriebenen Maßnahmen zeigen Sie außerdem Ihren Mitarbeitern, dass Sie aufmerksam sind und Sie auch die kleinen Dinge für wichtig erachten - denn auch Kleinvieh macht Mist.

6 Bereiche, auf die Sie achten sollten

1. Mal hier 5 Minuten später kommen - mal dort 10 Minuten früher gehen ... und zwischendurch noch 3 Raucherpausen à 5 Minuten machen. Das summiert sich am Monatsende schnell mal auf 10 Stunden Arbeitszeit. Wenn man nur mal den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro (seit Januar 2017) ansetzt sind das bei 10 Miarbeitern 884,00 Euro pro Monat oder 10.608,00 im Jahr, die Ihnen dadurch verloren gehen bzw. wofür Sie keinen "Gegenwert" in Form von Arbeitsleistung erhalten.

Durch das Mindestlohngesetz sind Sie eh dazu verpflichtet, die Arbeitszeiten zu erfassen. Denken Sie doch einmal über die Einführung einer elektronischen Stempeluhr nach (siehe auch: -> Dienstplansoftware). Hinzu kommt, dass andere Mitarbeiter mitkriegen, wenn ein Kollege ständig zu spät kommt. Wenn Sie dies dulden, werden alle schnell denken, dass sie das auch machen können. Unterbrechen Sie diese Abwärtsspirale schnell und effektiv.

2. Die Kaffeestation ist ein wahrer Herd der Verschwendung. Hier kann es unzählige Quellen geben wie z.B.: Die Mühle ist nicht richtig eingestellt und überzähliger Kaffee wird einfach immer weggeschmissen / Es wird ein koffeinfreier Kaffee bestellt und der Service verwendet aus reiner Gewohnheit erst den normalen Kaffee, um diesen dann wegzuschütten und den richtigen zuzubereiten / Die Milch wird viel zu hoch erhitzt und kann nicht mehr verwendet werden für den Kaffee. Sammeln Sie die Milch und verarbeiten Sie sie in der Küche weiter z.B. zum Kochen von Milchreis / Müssen es wirklich kleine Einzelportionen Zucker sein oder gehen auch Zuckerspender am Tresen oder auf den Tischen?

3. Muss es immer ein Farbausdruck sein? Ganz sicher fahren Sie besser, wenn Sie sich neben Ihrem Farbdrucker einen einfachen schwarz-weiß Laserdrucker kaufen, den Sie für 99% aller Ausdrucke verwenden können. Die wenigen Ausdrucke, die Sie in Farbe brauchen, kann dann der Farbdrucker mit den teuren Patronen übernehmen. Sie werden sich wundern, wie viel Geld Sie dabei sparen können.

4. Wareneingangs- und Rechnungskontrolle sind ganz wesentliche Bereiche zum Geldsparen. Wird nur das Bestellte auch geliefert und berechnet? Stimmen die angegebenen Gewichte (wiegen Sie nach!!)? Werden retournierte Produkte auch wirklich bei der nächsten Rechnung vom Lieferanten gutgeschrieben? Stimmen die Lieferscheine mit den Rechnungen überein? Lesen Sie hierzu auch: -> Lagerhaltung

5. Im besten Falle ist Ihr Servicepersonal vertrauenwürdig. Manchmal sind Kontrollen dennoch eine gute Idee. Gilt bei Ihnen der Grundsatz: "Ware nur gegen Bon"? Gibt die Küche speisen raus, ohne dafür einen Bon zu haben? Gehen Getränke raus, die noch nicht bonniert sind? Briingt das Servicepersonal sogar eigene Spirituosen mit, um diese im Geschäft zu verkaufen (und nicht zu bonnieren, sondern in die eigene Tasche zu arbeiten)? Bauen Sie ein verlässliches System der Kontrolle auf - ganz besonders wenn es um Ihr Bargeschäft geht. Mehr zum Thema finden Sie hier: -> Diebstahl und Betrug durch Mitarbeiter

6. Es gibt viele Anbieter von Kreditkartenabrechnungssystemen. Vergleichen Sie regelmäßig die Provisionen. Wenn Sie nur 50% Ihres Umsatzes über Kreditkarten machen und einen Monatsumsatz von 25.000 Euro haben, dann sparen Sie durch jedes Prozent, dass Sie besser vereinbaren 125,00 Euro im Monat. Das ist am Jahresende ein kleiner Urlaub!

Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll Ihnen lediglich die Augen öffnen. Suchen Sie gezielt nach weiteren Schwachstellen in Ihrer Gastronomie und bleiben Sie am Ball. Es ist Ihr Geld, was hier täglich auf dem Spiel steht!

Allgemeine sonstige Spartipps finden Sie in dem Artikel -> 199 Spartipps für die Gastronomie.

Balken schmal - Weiterführende Links und Infos

-> Wie Kellner 200.000 Euro ergaunerten - bei Süddeutsche Zeitung (externer Link)
-> Wie stehlen Kellner? - bei POS Sector(externer Link)
-> Wirtschaftlich drucken - bei ZDnet (externer Link)

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