#118 Lassen Sie Ihre persönlichen Probleme Zuhause

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... den Gast interessiert das nämlich so gar nicht

Das Leben geht auf und ab und es ist vollkommen normal, dass man seine schlechte Stimmung oder den Frust mit auf Arbeit bringen möchte. Immerhin ist ja da diese nette Kollegin, die einem sicher einen guten Ratschlag geben kann. Man kommt also an und bereitet seine Schicht vor. So ganz nebenbei berichtet man der netten Kollegin über das Vorgefallene. Leider vergisst man darüber, sich ausreichend um seine Gäste zu kümmern, die in der Zwischenzeit gekommen sind.

Den Gast interessieren Ihre Probleme einen feuchten Kericht und seit wann ist es eigentlich OK am Gast über persönliche Misstimmungen zu quatschen? Wie will man sich ordentlich um seinen Gast kümmern ... wie will man wissen, ob Essen am Pass steht und kalt wird ... oder ob der Gast noch etwas zu trinken haben möchte, wenn man mit der Kollegin über das tolle Date vom Vorabend oder den Streit mit dem Freund quasselt?

Ziel einer jeden Gastronomie muss es doch sein, seinen Gästen einen bestmöglichen Service zu bieten (Lesen Sie hierzu auch das ausführliche -> Dossier: Gäste glücklich machen). Leider ist das nicht möglich, wenn man sich mit anderen Dingen beschäftigt! Ja aber, ich habe doch gerade eine Runde im Restaurant gemacht, habe die Gäste an der 3 gefragt, ob es noch etwas sein darf und habe an der 5 Wasser nachgeschenkt - was soll ich denn noch machen? könnten Sie sich fragen. All das reicht im Zweifel nicht. Es gilt, sich dem Gast vom ersten bis zum letzten Moment zu widmen und nicht nur bei gelegentlichen Runden im Restaurant zwischen dem Quatschen mit der Kollegin!

Bitte bedenken Sie stets:
Den Gast interessieren Ihre Probleme nicht. Den Gast interessiert nicht, ob Ihr Hund gerade geworfen hat. Den Gast interessiert nicht, ob Sie glücklich oder traurig sind.

Ihn interessiert nur, dass er bestmöglich umsorgt wird während er bei Ihnen ist und genau das ist Ihre Aufgabe.

Versetzen Sie sich einfach mal in Ihre Gäste hinein ... Sie sitzen da und sehen, dass Sie sich unterhalten. Dabei würden Sie gerne noch etwas bestellen, warten vielleicht auf die Rückgabe ihrer Kreditkarte nach dem Bezahlen (weil sie dringend nach Hause wollen und Sie aber alles ganz schön langsam machen, weil Sie ja nebenbei quatschen - Kreditkarte gemächlich durchziehen, langsam den Betrag eintippen ...). Der Gast wird denken: "Mensch, Mensch, ich will nach Hause ... was macht die denn da?" oder "Was für ein Saftladen, ich will gerne noch etwas bestellen, aber nie ist ein Kellner hier, wenn man ihn braucht".

Das passiert also, wenn Sie sich mit Ihrem persönlichen Krempel beschäftigen. Das alles interessiert die Gäste einfach nicht. Sie wollen Service, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit. Seien Sie ein Profi. Kümmern Sie sich um Ihre Gäste und führen Sie ein gutes unaufdringliches Verkaufsgespräch. Merh zum Thema -> Verkaufsförderung finden Sie hier. Preisen Sie das Tagesgericht in den besten Tönen an. Erzählen Sie etwas über die Geschichte Ihres Restaurants. Machen Sie die Gäste auf anstehende Events aufmerksam. Es gibt so vieles, dass man tun kann wenn man sich die Zeit dafür nimmt!

Bitte machen Sie sich nochmals klar, dass die Gäste ihre eigenen Problemchen haben und ganz sicher nichts von Ihren mitkriegen wollen. Im Gegenteil - sie kommen in ein Restaurant, ein Café, eine Bar oder eine Kneipe um abzuschalten und sich verwöhnen zu lassen. Lassen Sie also Ihre persönlichen Probleme also draußen und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Gäste. Nichts anderes zählt!

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August 2015