#21 Energie- und Wasserkosten einsparen

Sie sind hier: Startseite | mehr... | Ideenpool | Extratipps (Archiv) | Energie- und Wasserkosten in der Gastronomie. Einige Beispiele für Einsparmöglichkeiten

Das Führen eines gastronomischen Betriebs verursacht neben einer Menge Arbeit auch eine Menge Kosten. Nicht nur für Pacht, Personal und Lebensmittel, sondern vor allem für Energie- und Wasserverbrauch müssen Gastronomen finanzielle Aufwendungen leisten. Der Kostenanteil von Energie und Wasser ist mit fünf bis zehn Prozent am Umsatz von Gastronomie- und Hotelbetrieben in Relation mit anderen Kostenfaktoren recht hoch. Hoch ist allerdings auch das Einsparpotenzial, das sich nicht allein auf den -> Küchenbereich beschränkt.

Gastronomiebetriebe verursachen nicht nur personelle Kosten - sie verbrauchen auch viel Energie und Wasser.

Maßnahmen: Bestandsaufnahme und Analyse

Eine Bestandsaufnahme der Verbrauchsgeräte im Betrieb ist für eine Reduzierung des Energieverbrauchs sinnvoll. Was nämlich im privaten Haushalt gilt, ist in der Gastronomie umso wichtiger: Die Effizienz der Geräte, sei es nun der Herd, die Spülmaschine oder der Kühlschrank, muss stimmen, damit nicht unnötig Mehrkosten entstehen. Eine umfassende Inventur kann daher Schwachstellen und Einsparmöglichkeiten aufzeigen. Verschiedene Analysemethoden helfen zudem bei einer Verbesserung der Nutzungszeiten von Energieverbrauchern im Betrieb und somit bei der Kostensenkung.

+ Energie-Monitoring
Smart-Home-Konzepte machen es schon vor und auch Restaurants und Hotels können vom sogenannten Energie-Monitoring oder Smart-Metering profitieren. Dahinter verbirgt sich der Einsatz von Datenloggern oder „Intelligenten Stromzählern“, die eine genaue Einsicht in den Energieverbrauch im Tagesverlauf geben. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise die Belastungen für den Stromverbrauch durch den Einsatz mehrerer Großgeräte zur gleichen Zeit ablesen und in der Konsequenz gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen.

+ Lastmanagement
Wenn der Strompreis nicht nach dem Verbrauch selbst, sondern anhand der Spitzenlasten, also der höchsten gelieferten Leistungen, berechnet wird, können Systeme für das Lastmanagement bei der Kostensenkung helfen. Diese vernetzen die Energieverbraucher miteinander und regeln den Energiebedarf automatisch: Betrieb und Betriebszeiten können dann so angepasst werden, dass möglichst wenige Geräte gleichzeitig Energie verbrauchen, wodurch kostspielige Leistungsspitzen vermieden werden.

http://www.energiekampagne-gastgewerbe.de/images/stories/PDF/ES_Tipp/Energiespartipp_Lastmanagement.pdf

Beispiel Beleuchtung

Leuchtmittel tragen im Gastraum zur Atmosphäre bei und sollten dementsprechend wohl gewählt sein. Bei Nichtbeachtung ihrer Energieeffizienz tragen sie aber gleichermaßen zur Erhöhung der Kosten bei. Ein weiterer Kostenfaktor ist der falsche Umgang mit der Beleuchtung. Unnötig lange eingeschaltete Lampen beispielsweise verursachen immer Kosten, selbst bei einer besseren Energieeffizienz. Eine Abschaltautomatik kann hier für Abhilfe sorgen, macht aber natürlich nicht in allen Bereichen des Betriebs Sinn.

Daneben lohnt sowohl im Gastraum als auch in der Küche der Einsatz von Energiesparlampen oder LED-Leuchtmittel. Letztere zeichnen sich durch ihre im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtstoffröhren sehr viel größere Leuchtkraft bei einem sehr viel niedrigeren Stromverbrauch aus. Anders als Energiesparlampen zeichnen sie sich außerdem durch die Unempfindlichkeit gegen häufiges Ein- und Ausschalten aus.

http://www.energiekampagne-gastgewerbe.de/images/stories/PDF/ES_Tipp/Energiespartipp_Fadenlampe.pdf

Zudem ist die Produktpalette von LED-Lampen mittlerweile so groß, dass sie in allen Bereichen sinnvoll eingesetzt werden können. LED-Fadenlampen beispielsweise lassen sich sogar in elektrisch betriebenen Kronleuchtern einsetzen, ohne im Hinblick auf die Stimmung oder die Dimmbarkeit Abstriche gegenüber einer Halogen-Glühbirne notwendig zu machen. Ähnliches gilt für LED-Röhren als Ersatz für Leuchtstoffröhren, wie sie häufig in Restaurantküchen eingesetzt werden.

Beispiel Wasserverbrauch

Wasser ist eine begrenzte Ressource. In Hotelbetrieben, in denen der Wasserverbrauch pro Gast und Tag schon mal auf etwa 400 Liter steigen kann, macht es daher unbedingt Sinn, Einsparmöglichkeiten in diesem Bereich wahrzunehmen und zu nutzen. Das gilt selbstverständlich, wenn auch in geringerem Umfang, für reine Gastronomiebetriebe.

Eine -> Senkung des Trinkwasserverbrauchs (extern) lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erreichen, entweder durch Verhaltensänderungen oder durch technische Anpassungen. In die erste Kategorie fällt beispielsweise der sorgsamere Umgang mit Wasser durch das Personal. Das banale richtige Zudrehen des Wasserhahns nach dem Händewaschen kann genauso Kosten einsparen helfen wie das vollständige Befüllen von Spül- und Waschmaschinen.

Darüber hinaus helfen technische Maßnahmen, angefangen mit einer Durchflussverringerung mittels sogenannter „Perlstrahler“, die dem Wasserstrahl Luft zuführen und auch zur Reduzierung des Warmwasserverbrauchs beitragen können, bis hin zur Nutzung von Regen- und Grauwasser für Toiletten, Wäsche und Garten. Kreative Lösungen, wie das -> Konzept des Portugiesen Marcelo Caetano (extern), helfen bei der Speicherung des Regenwassers.

Im Sanitärbereich bieten zudem wasserlose Urinale ein enormes Einsparpotenzial. Technisch ist die verwendete Membrantechnik so weit ausgereift, dass es weder im Hinblick auf die Hygiene, Pflege oder Umweltverträglichkeit Nachteile gibt. Die Ersparnisse hinsichtlich des Wasserverbrauchs und der Reinigung sorgen außerdem für eine schnelle Amortisierung einer solchen Toilette.

Quelle: © Statista 2015

Beispiel Spülmaschine

Investitionen in eine -> moderne Spültechnik(extern) lohnen sich ebenfalls, da sie sowohl Wasser als auch Energie verbraucht. Anteilig auf den verbrauchten Liter Frischwasser umgerechnet, liegen die Kosten für Strom bei 51 Prozent, die für Wasser und Abwasser bei sechs beziehungsweise acht Prozent. Das klingt wenig, als hauptsächliches Reinigungsmittel und Träger von Chemikalien und Wärme ist Wasser jedoch der zentrale Kostenfaktor. Sprich: Eine Senkung des Wasserverbrauchs pro Spülgang reduziert automatisch auch die Kosten für Energie und Reiniger. Spülmaschinen können somit nicht nur bei Einsparungen der Betriebskosten helfen, sondern zugleich auch zur Schonung von Ressourcen beitragen.

Die angeführten Beispiele stellen selbstverständlich nur einen kleinen Querschnitt durch die -> unzähligen Einsparungsmöglichkeiten (199 Spartipps) dar – bei jedem Posten im Betrieb, der Kosten verursacht, können diese mit Sicherheit gesenkt werden, sofern der Wille zu Investitionen von Gastronomenseite vorhanden ist. Langfristig macht es nicht nur hinsichtlich der anfallenden Ausgaben Sinn, sorgsam mit so wichtigen Ressourcen wie Energie und Wasser umzugehen.

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