Sonn- und Feiertagsarbeit - Was beachten?

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Gesetzliche Grundlagen

Das Arbeitsschutzgesetz regelt ausführlich die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie die Nachtarbeit. Es wird vielleicht manche überraschen, aber grundsätzlich gilt für Sonn- und Feiertage ein Beschäftigungsverbot. Eine Ausnahme bildet selbstverständlich die Gastronomie (wie auch Krankenhäuser und einige andere Branchen).

An mindestens 15 Sonntagen im Jahr muss ein Arbeitnehmer jedoch frei haben. Außerdem ist klar, dass man für einen Einsatz an Sonn- und/oder Feiertagen einen Ersatzruhetag gewähren muss. Für die Sonntagsarbeit muss theoretisch innerhalb von 2 Wochen ein Tag frei gegeben werden. Bei Feiertagen muss der Ersatztag innerhalb von 8 Wochen gewährt werden.

Das Gesetz verpflichtet jedoch nicht zur Zahlung von Zuschlägen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen oder in der Nacht. Dies wird meist jedoch in den Tarifverträgen geregelt - so auch in der Gastronomie. Bitte beachten Sie ggf. bei Tarifbindung den für Ihr Bundesland geltenden Vertrag. Freiwillige Leistungen sind natürlich jederzeit möglich. Um die Steuerfreiheit zu nutzen, müssen Sie aber in den weiter unten angegebenen maximalen Zuschlägen bleiben.

Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, so müssen nicht 2 Tage extra frei gegeben werden, sondern lediglich ein Ausgleichstag.

Es gilt im Übrigen für einen Sonntag immer die Zeit von 0 bis 24 Uhr. Arbeitet also jemand von Samstag 16 Uhr bis Sonntag 3 Uhr, so hat er an 3 Stunden Sonntagsarbeit geleistet (plus an 4 Stunden einfache Nachtarbeit und an 3 Stunden besondere Nachtarbeit - siehe weiter unten)

Zuschläge sind steuerfrei

Gezahlte Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Dies ist eine sehr interessante Variante, um einem Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung zu gewähren. Sie zahlen statt mehr Gehalt tatsächlich anfallende Zuschläge für seine geleisteten Stunden an Sonntagen, Feiertagen und für Nachtarbeit und beide Seiten sparen die Abgaben.

Tipp: Man kann z.B. auch mit seinen Mitarbeitern vereinbaren, dass man die Zuschläge nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag zahlt. Dieser sollte aber sinnvoll, erreichbar und angemessen sein (als Faustregel gilt: ca. 10% des Bruttolohns). Im Vertrag könnte es also heißen:

„Es wird ein Zuschlag für geleistete Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit maximal in Höhe von € xxx gezahlt. Hierüber wird ein entsprechender Nachweis [195 KB] geführt. Darüber hinaus anfallende Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit ist mit der Grundvergütung voll abgegolten.“

Der bezahlte Betrag muss aber in jedem Monat regelmäßig niedriger oder gleich dem tatsächlich berechneten Betrag sein. Das gilt auch für Monate, in denen der Mitarbeiter Urlaub nimmt. Ggf. sollten Sie das entsprechend von vorne herein entsprechend formulieren (also z.B. den Hauptzurlaubsmonat ausklammern), ansonsten gibt es Ärger mit dem Finanzamt bzw. den Sozialversicherungsträgern. Formulieren und dokumentieren Sie das ganz sauber, dann wird es bei einer Betriebsprüfung auch keine Probleme geben. Beachten Sie bitte, dass Sie nämlich keinen Pauschalbetrag für Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge zahlen dürfen.

Es sind folgende Zuschläge auf den Grundlohn vorgesehen und damit steuer- und sozialabgabenfrei:

Nachtarbeit (20 Uhr bis 6 Uhr) - 25%
Nachtarbeit (0 Uhr bis 4 Uhr - wenn vor 0 Uhr begonnen) - 40%
Sonntagsarbeit (0 Uhr bis 24 Uhr) - 50%
Gesetzliche Feiertage + 31.12 ab 14 Uhr - 125%
Besondere Feiertage (24.12. ab 14 Uhr / 25.12. / 26.12. / 01.05.) - 150%

Grundlohn ist dabei der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht; er ist in einen Stundenlohn umzurechnen und mit höchstens 25 Euro anzusetzen. Die Steuerbefreiung nach § 3b EStG setzt die Zahlung des Zuschlags neben dem laufenden Grundlohn voraus.

Kumulierung von Zuschlägen

Die Kumulierung von Zuschlägen für die Nachtarbeit mit denen für Sonn- und Feiertagsarbeit ist dabei zulässig, nicht hingegen die Kumulierung von Zuschlägen für die Sonntagsarbeit mit denen für die Feiertagsarbeit!

Beispiel: Ein Arbeitnehmer beginnt seine Schicht am Sonntag, 26. Dezember, um 22.00 Uhr und beendet sie am 27. Dezember um 8.00 Uhr. Steuerfreie Zuschläge sind bis zu folgenden Sätzen möglich: 175 % für die Arbeit am 26. Dezember in der Zeit von 22 bis 24 Uhr (150 % für Feiertagsarbeit und 25 % für Nachtarbeit) / 190 % für die Arbeit am 27. Dezember in der Zeit von 0 bis 4 Uhr (150 % für Feiertagsarbeit und 40 % Nachtzuschlag) / 25 % für die Arbeit am 27. Dezember in der Zeit von 4 bis 6 Uhr und 0 % für die Arbeit am 27. Dezember zwischen 6 und 8 Uhr.

Alle Angaben ohne Gewähr!

Excel Vorlage zur Verwaltung der Zuschläge

Im Downloadbereich finden Sie ein von mir selbst erstelltes und vielfach praktisch bewährtes Excel-Tool zur Verwaltung und Berechnung der Zuschläge. [195 KB] Da es selbst gemacht ist, braucht man ein wenig Erfahrung in Excel, aber ich habe versucht die Handhabung innerhalb der Datei so gut wie möglich für Sie zu erklären. Beachten Sie insbesondere die Parameter, die Übersicht und das Muster. Sie finden viele "kleine rote Ecken" in den Feldern mit Kommentaren und Hilfestellungen. Ich hoffe, Sie kommen damit klar und finden die Liste hilfreich. Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich gerne per Mail an mich.

Balken schmal - Weiterführende Links und Infos

Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit - bei wikipedia.de
Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit - bei Technicker Krankenkasse
Sonntagszuschläge fließen nicht ins Elterngeld ein - bei welt.de
Sonntagszuschläge Abrechnung - bei lohn-info.de

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